Natur- und Umweltschutz in Karben:

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Handy-Sammlung für die Untere Havel
          
Jeder der sein „altes“ nicht mehr braucht, sollte es im
Bürgerzentrum (Rathaus)
oder in der

Schulbibliothek der Kurt-Schumacher-Schule
in die knallroten Sammelbehälter einwerfen.


Bild: Julia Feierabend und Natalia Djakovic´ der Klasse 5dR

 
Die Handys werden umweltgerecht entsorgt und für jedes einzelne erhält der NABU für das Umweltprojekt „Untere Havel“ je 3 Euro. Gemeinsam mit den Ländern Brandenburg und Sachsen-Anhalt sowie dem Bundesamt für Naturschutz will der NABU-Deutschland als Projektträger das größte zusammenhängende Feuchtgebiet Mitteleuropas „Untere Havel“ erhalten. Informationen zum Projekt "Untere Havel".  > hier anklicken

                
"Hessen-Hören" unterstützt NABU-Handy-Sammlung

An drei Tagen haben neun Jugendliche bei der NABU Umweltwerkstatt Wetterau in einem Radioworkshop mehrere Beiträge zu Umweltthemen aus der Region erstellt.
Ermöglicht hat das Ganze die Stiftung Zuhören des Hessischen Rundfunks: Die hat für die Veranstaltung den Journalisten und Medienpädagogen Harald Kuntze engagiert, unter dessen fachkundiger Anleitung Reportergruppen gebildet wurden, die für Interviews im Wetteraukreis unterwegs waren.

Der Spot von Viviane Holl und Ishtar Sare beschäftigt sich mit der Kampagne des NABU-Karben zur Sammlung alter Handys. >hier anklicken



NABU-Grußwort an den neuen Bürgermeister in Karben

Grußwort
des Vorsitzenden des NABU-Karben, Herrn Dr. Jürgen Becker, 
anläßlich der Amtseinführung von Herrn Guido Rahn
als Bürgermeister der Stadt Karben am 30. März 2010 im Bürgerzentrum


Sehr geehrter Herr Rahn,
lassen Sie mich mit einem Bild beginnen: Die Harzer Bergleute hatten früher einen Kanarienvogel in einem Bauer bei sich, wenn sie ins Bergwerk einfuhren. Das Bauer wurde auf den Boden gestellt und wenn der Kanarienvogel ruhig wurde oder sogar starb, dann bestand höchste Gefahr für den Bergmann, weil Kohlensäure vom Boden aus aufstieg und die Atemluft verdrängte.

Wir haben heute vielerlei Kanarienvögel, die uns anzeigen, wie es um unsere Welt bestellt ist: Sei es der vielzitierte Feldhamster, der seinen Lebensraum verliert, seien es die Schmetterlinge, die ihre Feldraine und Böschungen einbüßen, weil Gras- und Feldwege verschwinden und dafür die Äcker immer größer werden, seien es die Feldhasen und Rebhühner, die nicht genügend Kräuter und deren Samen finden, weil wir die Kräuter als Unkräuter vernichten und seien es schließlich Bekassinen und Kiebitze, die ums Überleben bei uns kämpfen.

Lieber Herr Rahn, Sie kennen als Mensch, der auf einem Bauernhof groß geworden ist, die Spatzen als Allerweltvogel. Selbst diese Vögel kommen vermutlich bald auf die Rote Liste, weil wir im Haus, im Hof, im Garten, auf Feldwegen und auf den Äckern mit mechanischen und chemischen Instrumenten für eine „saubere“ Welt sorgen. Diese Welt ist ausgerichtet auf die wirtschaftlichen und maschinellen Bedürfnisse unserer Zeit, ohne viel Rücksicht auf Natur und Umwelt zu nehmen. Wir als NABU–Leute versuchen – und mit uns viele andere Menschen, uns im freiwilligen Einsatz gegen die schlimmsten Auswüchse dieser Entwicklung zu stemmen, weil eine kaputte Natur auch den Menschen kaputt macht.

Ein paar mal hatten wir Gelegenheit, mit Ihnen, Herr Rahn, Gespräche zu führen. Dabei hat uns Ihre angedeutete Bereitschaft, sich z.B. für die Schaffung neuer Überflutungsräume in Karben einzusetzen, sehr gefreut. Mit diesem Projekt, das der Natur aber auch den Karbener Bürgern dienen wird, würde ein gutes Signal gesetzt werden. Aber dieses Signal reicht nicht aus. Denken Sie an den Straßenbau in Karben, der enorme Auswirkungen auf unsere Landschaft und Lebensqualität hat. Bei Investitionen, die für viele Generationen entscheidend sind, dürfen nicht allein die Kosten den Ausschlag geben, wenn es darum geht, optimale Lösungen zu finden.

Wir hoffen, dass wir uns mit Ihnen auf Lösungen einigen können, um unsere Umwelt zu verbessern und damit vielen Pflanzen und Tieren eine Überlebenschance zu geben.

Wir wünschen Ihnen, Herr Rahn, viel Glück und eine sichere Hand bei der Gestaltung des Lebens in unserer Stadt.

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Naturschutzgebiet Ludwigsquelle erhält eine Flutmulde

01.10.09. Aufgrund der seit Wochen anhaltenden Trockenheit konnten endlich die Arbeiten an einer Flutmulde im Naturschutzgebiet Ludwigsquelle bei Groß Karben begonnen werden. Da die Wiesen sonst sehr feucht sind, musste entweder Frost oder eine längere Trockenperiode abgewartet werden, um solche Erdarbeiten durchführen zu können. Die Arbeiten stehen unter der Leitung von Josef Tiefenbach vom Forstamt Nidda, das das Naturschutzgebiet betreut.

Die Planungen für diese sowie für eine weitere Flutmulde in unmittelbarer Nachbarschaft des Naturschutzgebietes wurden in Zusammenarbeit mit dem Forstamt Nidda, der Unteren Naturschutzbehörde, der Stadt Karben und dem NABU Karben durchgeführt.

Mit diesen Flutmulden soll das Biotop insbesondere für Wiesenvögel wie Bekassine und Kiebitz sowie für Schafstelze und den Weißstorch weiter verbessert werden. Im Frühjahr wurde bereits von der OVAG ein Storchenhorst errichtet (Bericht auf dieser Seite weiter unten), der schon von einigen Störchen besucht wurde. Außerdem hat die seit letztem Jahr durchgeführte Beweidung mit Rindern zur ersten Brut eines Kiebitzpaares in diesem Frühjahr geführt!

Nun soll es weiter aufwärts gehen und der NABU ist ganz gespannt, welche weiteren Tierarten sich hier einfinden werden und diese Wiesen nicht nur als Nahrungsbiotop sondern vielleicht auch als Brutbiotop annehmen.

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Frankfurter Neue Presse am 05.08.2009:

Wie viel Natur kann sich Karben künftig leisten?


Guido Rahn (CDU) oder Jochen Schmitt (SPD)? Die Bürger in Karben haben am 27. September die Wahl. Dann bestimmen sie einen neuen Bürgermeister...
Vereine, Verbände und Gruppen in Karben haben Wahlprüfsteine für die Kandidaten aufgestellt....


Fragen von Jürgen Becker,
Vorsitzender Naturschutzbund Karben:

Unterstützen Sie das angestrebte Überflutungsprojekt links und rechts der Nidda auf der Südseite von Karben und wären sie bereit, dafür Haushaltsmittel zur Verfügung zu stellen – zum Beispiel für Planung und Landankauf?

Bürgermeisterkandidat Guido Rahn (CDU): Ja, ich unterstütze dieses Projekt als Ergänzung der auf Gronauer Seite laufenden Maßnahme. Die Finanzierung muss auf die angespannte Haushaltslage der Stadt Rücksicht nehmen. Zukünftig sollten die Erlöse aus Ökopunkten, welche die Stadt für derartige Maßnahmen erhält, in Naturschutzprojekte reinvestiert werden.

Bürgermeisterkandidat Jochen Schmitt (SPD): Ja. Allerdings hat der Bürgermeister keine eigenen Finanzmittel zur Verfügung. Er muss vielmehr dem Parlament ein schlüssiges finanzielles Konzept vorlegen, damit dieses einer Realisierung zustimmen kann.

Bericht der vom 13. August 2009 >hier


Aufgrund der Sparmaßnahmen des Parlaments hat sich die Pflege der Streuobstbestände deutlich verschlechtert. Sind Sie bereit, in Zukunft dafür mehr zu tun?

Bürgermeisterkandidat Guido Rahn (CDU): Nicht nur Streuobstbestände, auch Feldgehölze und öffentliche Grünanlagen müssen besser gepflegt werden. Aufgrund der begrenzten finanziellen Mittel der Stadt, will ich hierfür Vereine, Verbände und interessierte Privatpersonen gegen Zuschussgewährung gewinnen. Auch an Landwirte und Gartenbaufirmen sollten Pflegeaufträge vergeben werden.

Bürgermeisterkandidat Jochen Schmitt (SPD): Ja. Für die Pflege des innerstädtischen Grüns wie auch der Streuobstbestände sind Standards zu definieren. Können diese durch die Stadt nicht gewährleistet werden, müssen Aufträge an Dritte vergeben werden.

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Aubrac–Rinder sind wieder im Naturschutzgebiet aktiv

Der Himmel sieht nach Regen aus, aber die acht Aubrac-Rinder grasen gelassen auf einer großen Wiese im Naturschutzgebiet Ludwigsquelle.

 Seit sechs Wochen sind sie dort und man sieht, wie gut ihnen Gras und Kräuter geschmeckt haben: Eine eingezäunte größere Fläche ist an manchen Stellen regelrecht kahl gefressen, an anderen Stellen ist noch genügend Aufwuchs da.

 Seit letztem Jahr lässt der Klein-Karbener Landwirt Klaus Gebb einen Teil seiner Rinder in Abstimmung mit dem Forstamt Nidda, der Stadt Karben und des NABU dort weiden.

Durch die Beweidung sollen die Wiesen wieder für Kiebitze, Bekassinen, Schafstelzen und andere Wiesenvögel interessant werden. Und tatsächlich sind im Frühjahr wieder etliche Wiesenvögel aufgetaucht und ein Kiebitzpärchen hat hier sogar wieder gebrütet – was seit wohl 15 Jahren nicht mehr der Fall war. Alle Beteiligten freuen sich über diese Entwicklung, zumal sich nach und nach die Wiesenstruktur weiter verändern wird und sich im Laufe der Zeit noch mehr Wiesenvögel auch als Brutvögel einfinden werden.


 Der Landwirt Gebb betreibt seit ca. 10 Jahren eine Rinderzucht und – Rinderhaltung. Vorher hatte er 20 Jahre lang Milchvieh in seinen Ställen. Die Tradition der Milchviehhaltung hatte sein Großvater vor vielen Jahren begründet und war über den Vater auf ihn übergegangen. Allerdings war die Milchviehhaltung so aufwendig, dass sich Klaus Gebb schließlich zu einem Wechsel zur Rindfleischerzeugung entschloss.

Inzwischen stehen über 60 Rinder im Stall, von denen acht nun nach draußen auf die Wiesen im Naturschutzgebiet dürfen.
Aber auch das Weiden auf den Wiesen macht Arbeit. Fast täglich muss Gebb nach seinen Tieren sehen, um zu kontrollieren, dass alles in Ordnung ist. Insbesondere muss der Elektrozaun beobachtet werden, dass nicht die Spannung durch nachwachsendes oder auf die Leitungen fallendes Gras nachlässt. Andererseits soll der Kontakt zwischen dem Landwirt und den Tieren aufrechterhalten werden. Das ist notwendig für den Abtrieb im Spätherbst sowie für die dann notwendige Stallhaltung.

 Wirtschaftlich gesehen ist die Rinderzucht für Gebb nicht leicht. Die Preise für das Kilogramm Fleisch schwanken erheblich, so dass eine vernünftige Kalkulation selten möglich ist. Zum Glück kann der Landwirt einen Teil seiner Tiere an einen in der Nähe arbeitenden Schlachter verkaufen, so dass die Rindfleischkäufer den Schlachter und den Rindviehhalter kennen und wissen, das Fleisch stammt aus unserer Region. Da kann man gut auf die weiten Transportwege z.B. aus Südamerika verzichten...


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Wenn Kiebitze auf Ackerflächen brüten...
Schutz des Kiebitz im Wetteraukreis

 Der Kiebitz  
ist ein Brutvogel feuchter Äcker und Wiesen. Die Bestände des einst weit verbreiteten Vogels unserer Agrarlandschaften sind inzwischen so niedrig, dass er in Hessen vom Aussterben bedroht ist. Mit rund 110 Brutpaare brüten fast die Hälfte aller hessischen Kiebitze im Wetteraukreis. Insofern hat der Wetteraukreis eine besondere Verantwortung für die Erhaltung dieser Art.

Die Landwirtschaft kann einen entscheidenden Beitrag zur Erhaltung des Kiebitz leisten.

Die Brutzeit des Kiebitz beginnt bereits Ende März bis Anfang April. Zu dieser Zeit sind viele Äcker noch nicht bestellt.  Um Gelegeverluste zu vermeiden, sollte ein Streifen von ca. 1 m Breite um das Nest bei den landwirtschaftlichen Bobenbearbeitungen ausgespart werden.

Nester sind meist sehr schwer zu finden. Daher werden viele Nester auf Ackerflächen mit zwei dünnen Holzstäben in ca. 5 m Abstand vom Nest in Bearbeitungsrichtung von ehrenamtlichen Helfern markiert.



Betroffene Bewirtschafter von Ackerflächen mit Kiebitzbruten werden vom Fachdienst Landwirtschaft oder vom Fachdienst Naturschutz und Landschaftspflege beim Wetteraukreis informiert.

Der Kiebitz steht unter gesetzlichem Schutz. Demnach ist es u.a. verboten, ihn erheblich zu stören, seine Nester und Eier zu beschädigen, zu zerstören oder zu entfernen.
Eine vorsätzliche Zerstörung eines Geleges ist im Rahmen der Agrarförderung relevant nach Cross Compliance.

Weitere Informationen:

Kreisausschuss des Wetteraukreises, Homburger Straße 17, 61169 Friedberg

Fachdienst 4.2 Landwirtschaft

Frau Heinzerling, Tel. 06031 / 834211, Mail: ute.heinzerling@wetteraukreis.de

Herr Sperling, Tel. 06031 / 834225, Mail: christian.sperling@wetteraukreis.de

Fachdienst 4.3 Naturschutz und Landschaftspflege


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Der Biber als Landschaftsgestalter

Die Rückkehr des Biebers in die Wetterau


  Nach mehreren hundert Jahren Abwesenheit ist der Biber in die Wetterau zurückgekehrt. Der BUND und der NABU Karben haben daher zu einer Vortragsveranstaltung am 19. Februar im Bürgerzentrum eingeladen. Der Diplom-Biologe Mark Harthun berichtete mit zahlreichen Bildern über die Lebensweise des faszinierenden Landschaftsgestalters und seine Bedeutung für die Wetterau.

„Biberschutz ist vergleichsweise einfach“, so Mark Harthun, der seit 11 Jahren beim NABU Hessen als Naturschutzreferent arbeitet. Als Pflanzenfresser sei der Biber viel weniger anspruchsvoll, als die Fischfresser und deren Ansprüche an die Wasserqualität. So sammeln sich bei Tieren wie dem Otter Gifte in der Nahrungskette an, beim Biber nicht. Auch könne der Biber seinen Lebensraum selbst so umgestalten, wie er ihn braucht. Begradigte oder kanalisierte Bäche schrecken ihn daher nicht ab.
Der Biber ist mit seiner  gewaltigen Körpergröße von 1 Meter plus 30 cm Schwanz bereits eine spannende Bereicherung der heimischen Tierwelt. Er bringe aber im Schlepptau noch viele andere Arten mit, die bei uns lange verschwunden waren, so Harthun. Er schaffe ein Nebeneinander von fließenden und stehenden Gewässern – ein Paradies für Amphibien, Reptilien und verschiedene Vögel. Dies haben Forschungen im hessischen Spessart, dem Ansiedlungsgebiet der hessischen Biber, ergeben.
Der NABU unterstützt seit gut  10 Jahren die weitere Ausbreitung der Biber.


Hier am Renaturierungsgebiet am Einsiedel in Burg-Gräfenrode könnte sich der Biber heimisch fühlen...
Bericht der FNP vom 23. 2. 2009 >hier


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