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Mai 2010:
Gottfr. Lehr soll Studie erarbeiten
Inzwischen hat die Stadt Karben Gottfried Lehr, der bereits dieverse Nidda-Renaturierungen erfolgreich geplant hat, den Auftrag erteilt, eine Machbarkeitsstudie für den Raum Karben zu erstellen.
Bei einem "Ortstermin" am 15. Mai 2010 mit Bürgermeister Guido Rahn, Landwirten und Mitgliedern der örtlichen Umweltschutzverbände BUND und NABU zeigte Lehr Möglichkeiten einer Renaturierung auf.
Ein weiteres Treffen wurde für den Spätsommer vereinbart, wenn ein detailierten Vorschlag vorliegt.
Bericht der "Frankfurter Neue Presse" am 28. Mai 2010:
Die Karbener sollen ihren Fluss wiederentdecken
Die kanalisierte Nidda soll in den nächsten Jahren auch in Karben im großen Stil renaturiert werden. Wie das geht, soll Gewässerökologe Gottfried Lehr aus Bad Vilbel in einer Machbarkeitsstudie darlegen.
Karben. «Es ist wichtig, dass die Leute ihren Fluss wiederentdecken», findet Gottfried Lehr. Deshalb hat der «Nidda-Papst» nach seinen diversen Renaturierungsprojekten nun auch die Nidda in Karben im Visier. Den Auftrag bekam er gerade von der Stadtregierung.
«Das ist nicht nur für den Naturschutz interessant», sagt Bürgermeister Guido Rahn (CDU). «Auch die Menschen sollen näher an die Nidda herankommen.» 12 000 Euro lässt sich die Stadt die Studie kosten. Bisher ist erst ein gut ein Kilometer langes Niddateilstück bei Burg-Gräfenrode renaturiert. Acht Flusskilometer warten noch darauf, wenigstens teilweise vom Kanalkorsett befreit zu werden.
«Er ist der Nidda-Experte in der Gegend», begründet Bürgermeister Rahn den Auftrag an Lehr. Auch könne so das städtische Umweltamt entlastet werden, dessen Personal die rot-grüne Vorgängerregierung in ihren letzten Tagen noch massiv reduziert hatte.
Seine Ideen will Lehr bis zum Spätsommer ausformuliert und durchgerechnet haben. So könne der Deich vielerorts zurückverlegt werden, da die Bebauung in Karben meist recht weit vom Fluss entfernt sei. Damit bekomme der Fluss bei Hochwasser mehr Ausbreitungsfläche, was den Schutz der Anwohner vor Überflutung verbessere. «Die innerörtlichen Bereiche kann man auch umgestalten und Zugangsbereiche schaffen», erläutert Lehr. «Da kann man dann auch mal die Füße in den Fluss hängen oder die Hunde darin spielen lassen.»
Lehr will den Karbenern zudem Finanzierungsideen nennen: «Alleine kann es die Stadt nicht schultern.» Machbar sei das Renaturieren jedoch stückweise, mit Fördergeld des Landes oder via Ökosponsoring. Auch als Ausgleichsmaßnahmen für Straßenbau wie etwa die geplante B 3-Umgehung könne das Projekt herhalten. dpg
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Sept. 2009:
NABU-Karben für weitere Nidda-Renaturierung
Am 2. September 2009 stellte der Gewässerökologe Gottfried Lehr auf Einladung des NABU Karben den beiden Bügermeisterkandidaten Guido Rahn und Jochen Schmitt die Renaturierungsarbeiten
am "Niddaknie" an vor.
Pressevertreter aller regionalen Tageszeitungen waren gekommen und ließen sich den NABU-Vorschlag für den Karbener Bereich
von Jürgen Becker erklären.
Der NABU Karben erhofft sich von den Bürgermeisterkandidaten eine tatkräftige Unterstützung bei der Schaffung von Überflutungsräumen auf der Südseite von Karben.
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März 2009:
NABU-Karben will zusätzliche Flutungsräume für die Nidda bei Hochwasser
Bereits im Jahr 2004 hat der NABU-Karben den Vorschlag unterbreitet, auch auf der Südseite der Stadt Karben die sogenannten Rendeler Wiesen ebenfalls als Überflutungsräume für die Hochwasser der Nidda vorzusehen und entsprechende Maßnahmen vorzunehmen. Die Stadt Karben hat damals auf die gerade gestarteten Arbeiten zur Schaffung von Überflutungsräumen auf der Nordseite von Karben am Einsiedelwäldchen hingewiesen, die zunächst abgeschlossen sein sollten, bevor ein neues Projekt gestartet werden könne.
Nachdem die Arbeiten am Einsiedelwäldchen seit etwa einem Jahr abgeschlossen sind, hat der NABU-Karben seinen Vorschlag in einem Schreiben am 13. März 2009 an den Magistrat der Stadt Karben und am 27. April 2009 an die Fraktionen der Stadtverordneten-Versammlung aufgegriffen und erweitert (Schreiben an Magistrat und Fraktionen: unten).
Der denkbare Flutungsraum erstreckt sich jetzt nicht nur auf die Rendeler Wiesen sondern auch auf Flächen, die auf der anderen Uferseite der Nidda liegen und weitgehend im Besitz der Stadt sind.
Insgesamt gesehen ist die Situation heute als noch günstiger als das vor 5 Jahren der Fall war. Denn inzwischen ist die Wasserrahmenrichtlinie akut geworden, die verlangt, dass die Wasserläufe in einen „guten Zustand“ zu versetzen sind. Wie wir aus dem Regierungspräsidium Frankfurt erfahren haben, können Mittel für eine solche Renaturierung, die auch dem Hochwasserschutz dient, mit guten Erfolgsaussichten beantragt werden. Voraussetzungen sind allerdings genehmigte Planungen, für deren Kosten die Stadt Karben zunächst in Vorlage treten müsste. Diese Kosten sind aber erstattungsfähig, was dem Magistrat aus der Abwicklung des Einsiedel-Projektes bekannt ist. Möglicherweise kann dieses neue Projekt auch aus den Ausgleichsmaßnahmen finanziert werden, die für den anstehenden Ausbau des Frankfurter Flughafens fällig werden. Außerdem werden immer wieder genehmigte Projekte für den Ausgleich von Straßenbaumaßnahmen gesucht.
Die Aussichten auf Finanzmittel sind auch deshalb so günstig, weil der Scharmühlgraben und das Niddaknie schon renaturiert sind. Außerdem soll ein größeres Renaturierungsprojekt südlich des Niddaknies bald gestartet werden. Deshalb passt unser Vorschlag in das Gesamtkonzept des zu renaturierenden „Wasserkörpers Nidda“, der vom Frankfurter Regierungspräsidium betreut wird.
Eine Refinanzierung der Projektkosten wäre auch über das kommunale Ökokonto möglich. Sowohl die Umwandlung von Acker- zu Grünland als auch die Hochwasserreaktivierungen bringen im größeren Umfang Ökopunkte.
Nach unseren Schätzungen dürfte der insgesamt nach unserem Vorschlag zu schaffende Flutungsraum mindestens so groß sein wie der am Einsiedelwäldchen.
Diese Schaffung von zusätzlichen Flutungsräumen auf der Südseite von Karben wird den Rückstau bei Hochwasser und damit die Gefährdung der Karbener Wohn- und Industriegebiete durch besser abfließendes Wasser abmildern, auch wenn die Städte Bad Vilbel und Frankfurt hochwasserschutzmäßig mehr gewinnen würden.
Ein erster Schritt zur Verbesserung der Hochwassersituation, der wenig kostet, könnte darin bestehen, bei mittlerem Hochwasser das Sperrwerk am Scharmühlgraben zur Nidda hin nicht zu schließen, sondern das Wasser ins Gelände fließen zu lassen. Da sich die tiefsten Flächen überraschenderweise nicht direkt am Ufer der Nidda sondern am Fuß des Geländehanges von Rendel und Klein Karben befinden und es sich hierbei fast ausschließlich um Grünland handelt, dürfte eine solche Maßnahme nicht zu große Probleme verursachen.
Neben der Verbesserung des Hochwasserschutzes für unsere Stadt würde außerdem die Tierwelt ganz erheblich von der Realisierung unseres Vorschlages profitieren. So z.B. der Weisstorch, der im letzten Jahr – leider erfolglos – in den Rendeler Wiesen gebrütet hat. Der Eisvogel und Wasservögel sowie die Amphibien hätten einen deutlich verbesserten Lebensraum. Schließlich würde auch der Bieber ein interessantes Biotopangebot vorfinden, um nur einige Leitarten zu nennen.
Karben, den 11. März 2009
Naturschutzbund Deutschland
Ortsgruppe Karben e.V. 61184
Jürgen Becker Gartenstr. 22
Tel. 06039/92 89 230
An den
Magistrat der Stadt Karben
Rathausplatz 1
61184 Karben
Schaffung von zusätzlichen Flutungsräumen für die Nidda bei Hochwasser auf der Südseite von Karben
Sehr geehrte Damen und Herren,
vor fünf Jahren haben wir uns an den Magistrat der Stadt Karben und insbesondere an Herrn Schulz mit der Bitte gewandt, auch auf der Südseite von Karben in den Rendeler Wiesen Überflutungsräume zu schaffen. Wir wurden damals von Herrn Schulz vertröstet mit dem Hinweis, dass zunächst die Maßnahmen am Einsiedelwäldchen vollendet sein sollten, bevor man an neue Projekte denken könne.
Wir erneuen hiermit unseren damaligen Vorschlag und ergänzen diesen insoweit, als die Schaffung von Überflutungsräumen nicht nur auf die linke Uferseite der Nidda , nämlich die Rendeler Wiesen, beschränkt sein sollte, sondern sich auch auf die rechte Seite der Nidda erstrecken sollte. Dies bietet sich im Hinblick auf die großen, der Stadt gehörenden und direkt an der Nidda gelegenen Ackerflächen in diesem Bereich an.
Ein Problem ist sicher der viel genutzte Fuß- und Fahrradweg auf der rechten Seite der Nidda, der unterhalb des Niddadeiches entlang läuft. Erst rechts davon beginnen die der Stadt Karben gehörenden Flächen. Eine Lösung könnte darin bestehen, das Hochwasser sich über ein oder zwei Rohre unter dem Fahrradweg hindurch in die Fläche fließen zu lassen. Durch Schieber könnten gleichzeitig unerwünschte Sommerhochwasser vermieden werden. Es ist ja zur Zeit geplant, den Nidda-Fuß- und Radweg neu zu gestalten und breiter anzulegen. Bei diesen Baumaßnahmen sollte unser Vorschlag bereits berücksichtigt werden, weil dadurch auch die Attraktivität des Nidda-Fuß- und Radweges gesteigert würde.
Für den Bereich der Rendeler Wiesen hatten wir damals wie folgt argumentiert:
„Wahrscheinlich lassen sich mit einem ähnlichen Aufwand wie am Einsiedelwäldchen neue Flutungsräume im Bereich der Rendeler Wiesen machen. Auch hier sind größere, niedrig liegende Flächen vorhanden, die zum Teil aus Wiesen bestehen. Soweit das notwendig erscheint, könnten die Ackerflächen, wie am Einsiedelwäldchen, mit Wällen gegen mittelhohe Wasserstände geschützt werden.
Da die Kleintierszuchtanlage sehr niedrig liegt ………., schlagen wir vor, einen Sperrdeich, der genau so hoch sein müsste wie der Niddadeich, südlich von der Kleintierzuchtanlage bis etwa zur Pumpstation (?) am Ende der Ellernstraße zu ziehen. Zu schützen wäre wegen ihres Schadstoffgehaltes vermutlich auch die Rendeler Müllkippe. Im übrigen dürfte das nach Osten hin ansteigende Geländeniveau einem Hochwasser eine natürliche Grenze setzen.“
Insgesamt gesehen ist die Situation heute noch günstiger als vor 5 Jahren. Denn inzwischen ist die Wasserrahmenrichtlinie akut geworden, die verlangt, dass die Wasserläufe in einen „guten Zustand“ zu versetzen sind. Wie wir aus dem Regierungspräsidium Frankfurt erfahren haben, können Mittel für eine solche Renaturierung, die auch dem Hochwasserschutz dient, mit guten Erfolgsaussichten beantragt werden. Voraussetzungen sind allerdings genehmigte Planungen, für deren Kosten die Stadt Karben zunächst in Vorlage treten müsste. Diese Kosten sind aber erstattungsfähig, wie dem Magistrat aus der Abwicklung des Projektes am Einsiedelwäldchen bekannt ist. Möglicherweise könnte dieses neue Projekt auch aus den Ausgleichsmaßnahmen, die für den anstehenden Ausbau des Frankfurter Flughafens fällig werden, finanziert werden. Außerdem werden immer wieder genehmigte Projekte für den Ausgleich von Straßenbaumaßnahmen gesucht.
Die Aussichten auf Finanzmittel sind auch deshalb so günstig, weil der Scharmühlgraben und das Niddaknie schon renaturiert sind. Außerdem soll ein größeres Renaturierungsprojekt südlich des Niddaknies bald gestartet werden. Deshalb passt unser Vorschlag in das Gesamtkonzept des zu renaturierenden Wasserkörpers Nidda, der vom Frankfurter Regierungspräsidium betreut wird.
Ein erster Schritt, der wenig kostet, könnte darin bestehen, bei mittlerem Hochwasser das Sperrwerk am Scharmühlgraben zur Nidda hin nicht zu schließen, sondern das Wasser ins Gelände fließen zu lassen. Da sich die tiefsten Flächen überraschenderweise nicht direkt am Ufer der Nidda sondern am Fuß des Geländehanges von Rendel und Klein Karben befinden und es sich hierbei fast ausschließlich um Grünland handelt, dürfte eine solche Maßnahme nicht zu große Probleme verursachen.
Eine Refinanzierung der Projektkosten wäre auch über das kommunale Ökokonto möglich. Sowohl die Umwandlung von Acker- zu Grünland als auch die Hochwasserreaktivierungen bringen im größeren Umfang Ökopunkte.
Nach unseren Schätzungen dürfte der insgesamt nach unserem Vorschlag geschaffene Flutungsraum mindestens so groß sein wie der am Einsiedelwäldchen.
Diese Schaffung von zusätzlichen Flutungsräumen auf der Südseite von Karben wird den Rückstau bei Hochwasser und damit die Gefährdung der Karbener Wohn- und Industriegebiete durch besser abfließendes Wasser abmildern, auch wenn die Stadt Bad Vilbel hochwasserschutzmäßig mehr gewinnen wird.
Neben der Verbesserung des Hochwasserschutzes für unsere Stadt würde außerdem die Tierwelt ganz erheblich davon profitieren. So z.B. der Weisstorch, der im letzten Jahr – leider erfolglos – in den Rendeler Wiesen gebrütet hat. Der Eisvogel sowie die Amphibien hätten einen deutlich verbesserten Lebensraum. Schließlich würde auch der Bieber ein interessantes Biotopangebot vorfinden, um nur einige Leitarten zu nennen.
Wir wären Ihnen dankbar, wenn Sie diesen Vorschlag weiter verfolgen und auf seine Machbarkeit prüfen würden. Wir sind selbstverständlich gerne zu einer gründlichen Diskussion unseres Vorschlages bereit.
Mit freundlichen Grüße
Jürgen Becker
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Karben, den 27.4.09
Naturschutzbund Deutschland
Ortsgruppe Karben e.V. 61184
Jürgen Becker Gartenstr. 22
Tel. 06039/92 89 230
An die Fraktionen des
Stadtparlaments der Stadt Karben
Rathausplatz 1
61184 Karben
Schaffung von zusätzlichen Flutungsräumen für die Nidda bei Hochwasser auf der Südseite von Karben
Sehr geehrte Damen und Herren,
die Stadt Karben ist durch die Nidda ständig einem Hochwasserrisiko ausgesetzt. Eine wichtige Maßnahme, um das Risiko zu reduzieren, war die Schaffung von Flutungsräumen zwischen der Nidda und dem Einsiedelwälchen bei Burggräfenrode. Die Renaturierung eines längeren Nidda-Abschnitts mit der Ausweitung des Flussbettes und der Verschiebung der Deiche hat neben dem Hochwasserschutz große positive ökologische Effekte auf Fauna und Flora. Weil das so ist, wurde das Projekt finanziell ganz erheblich vom Land gefördert, das etwa zwei Drittel der Kosten übernahm. Die Stadt Karben hat zwar zunächst ebenfalls erhebliche finanzielle Vorleistungen zu erbringen gehabt – insbesondere durch die Einbringung von Grund und Boden im Wert von etwa 300.000,- €. Im Endeffekt hat aber die Stadt Karben Ökopunkte im Wert von etwa 600.000,-€ erhalten, so dass sich diese Maßnahme auch finanziell für Karben gelohnt hat.
Der NABU hatte bereits vor fünf Jahren eine ähnliche Maßnahme auf der Südseite von Karben vorgeschlagen, weil die Schaffung von zusätzlichen Flutungsräumen auf der Südseite von Karben den Rückstau bei Hochwasser und damit die Gefährdung der Karbener Wohn- und Industriegebiete durch besser abfließendes Wasser weiter abmildern würde. Natürlich würden die Städte Bad Vilbel und Frankfurt sowie die flussabwärts liegenden Städte am Main und Rhein hochwasserschutzmäßig ebenfalls gewinnen. Konkret geht es bei unserem Vorschlag um die Rendeler Wiesen auf der Ostseite der Nidda sowie um größere Flächen auf der Westseite der Nidda, die zum großen Teil – knapp 20 ha – der Stadt Karben gehören.
Für den NABU Karben ist neben der Reduzierung der Hochwassergefahr die ökologische Wirkung einer solchen Renaturierung besonders wichtig. Die Tierwelt würde ganz erheblich von der Schaffung weiterer Flutungsräume profitieren. So z.B. der Weisstorch, der erneut in den Rendeler Wiesen brütet. Die Uferschnepfe und der Eisvogel sowie die Wasservögel und Amphibien hätten einen deutlich verbesserten Lebensraum. Das gilt natürlich auch für verschiedene Fischarten. Schließlich würde der Bieber ein interessantes Biotopangebot vorfinden, um nur einige Leitarten zu nennen. Insgesamt würde die Artenvielfalt deutlich zunehmen, wie die Erfahrungen am Nidda-Knie und am Einsiedel gezeigt haben.
Insgesamt gesehen beurteilen wir die Möglichkeiten, an Finanzmittel heranzukommen, als sehr günstig. Denn inzwischen ist die Wasserrahmenrichtlinie akut geworden, die verlangt, dass die Wasserläufe in einen „guten Zustand“ zu versetzen sind. Wie wir aus dem Regierungspräsidium Frankfurt erfahren haben, können Mittel für eine solche Renaturierung, die auch dem Hochwasserschutz dient, mit guten Erfolgsaussichten beantragt werden. Voraussetzungen sind allerdings genehmigte Planungen, für deren Kosten die Stadt Karben zunächst in Vorlage treten müsste. Auch diese Kosten sind erstattungsfähig, wie dem Magistrat aus der Abwicklung des Einsiedel-Projektes bekannt ist. Möglicherweise kann dieses neue Projekt auch aus den Ausgleichsmaßnahmen finanziert werden, die für den anstehenden Ausbau des Frankfurter Flughafens fällig werden. Außerdem werden immer wieder genehmigte Projekte für den Ausgleich von Straßenbaumaßnahmen gesucht.
Die Aussichten auf Finanzmittel sind auch deshalb so günstig, weil der Scharmühlgraben und das Niddaknie schon renaturiert sind. Außerdem soll ein größeres Renaturierungsprojekt südlich des Niddaknies von Bad Vilbel gestartet werden. Deshalb passt unser Vorschlag in das Gesamtkonzept des zu renaturierenden „Wasserkörpers Nidda“, der vom Frankfurter Regierungspräsidium betreut wird.
Wir möchten deshalb die Fraktionen sehr herzlich um Unterstützung bitten, damit das Projekt erfolgreich angepackt werden kann. Dabei ist es wichtig, dass möglichst schnell im Haushalt Finanzmittel für den Ankauf von Land bereitgestellt wird, damit die Stadt von verkaufsbereiten Grundstückseigentümern in den Rendeler Wiesen Flächen erwerben oder Eigentümern Tauschland anbieten kann. Diese Vorfinanzierungen lohnen sich, wie das Einsiedel-Projekt gezeigt hat, mit dem nicht nur die Vorfinanzierung erstattet sondern darüber hinaus über 300.000,-€ „verdient“ wurden.
Und noch eins erscheint uns wichtig zu bedenken: die Gemarkung der Stadt Karben wird von zahlreichen aktuellen und geplanten Baumaßnahmen (Straßen, Industrie- und Wohngebiete) belastet. Deshalb ist es von großer Bedeutung, dass zum Ausgleich die vorhandenen Flächen ökologisch aufgewertet werden.
Die Stadt hat uns als erste Reaktion auf unseren Vorschlag u.a. mitgeteilt, dass der Fachdienst Umwelt- und Naturschutz absolut keine Kapazität für zusätzliche Planungsarbeiten frei hat. Wir möchten deshalb vorschlagen, ein externes, mit Renaturierungsaufgaben in unserer Region vertrautes und anerkanntes Planungsbüro einzuschalten, um eine Realisierung des Projektes voranzutreiben und die günstige Finanzierungssituation nicht ungenutzt verstreichen zu lassen.
Vielleicht wäre außerdem ein schrittweises Vorgehen bei diesem Projekt angebracht. So könnten die ersten Maßnahmen folgendes vorsehen:
1. Da die Stadt Eigentümerin von knapp 20 ha auf der Westseite der Nidda ist, die direkt an der Nidda liegen, könnten hier die Deiche verlegt und die Nidda ausgeweitet werden, damit dem Fluss für die eigene Dynamik Spielräume überlassen werden. Dies bietet sich auch deshalb an, weil z. Zt. der Nidda-Fuss- und Radweg neu konzipiert und teilweise auf den Deich verlagert werden soll.
2. Wenig kosten würde auch eine Maßnahme, die darin bestehen könnte, bis zu mittlerem Hochwasser das Sperrwerk am Scharmühlgraben zur Nidda hin nicht zu schließen, sondern das Wasser ins Gelände fließen zu lassen. Da sich die tiefsten Flächen überraschenderweise nicht direkt am Ufer der Nidda sondern am Fuß des Geländehanges von Rendel und Klein Karben befinden und es sich hierbei fast ausschließlich um Grünland handelt, dürfte eine solche Maßnahme nicht zu große Probleme verursachen.
Wir sind natürlich gerne bereit , unsere Vorschläge mit Ihnen zu diskutieren.
Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Becker