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Immer wieder tauchten kleinere Schwalbentrupps auf, um nach ihrer zweiten Brut zu sehen und diese zu füttern. Sie trauten sich aber nicht an die Nester heran.
Das Haus gehört der Islamischen Kultur Stiftung Bab-i Reyhan. Der NABU-Karben hatte das große Schwalbenvorkommen entdeckt und nahm Kontakt zum zweiten Vorsitzenden Herrn Ilyas Lsik auf. Herr Lsik wurde die Bedeutung dieses in unserer Region einmaligen Schwalbenvorkommens mit fast 40 Nestern hingewiesen und dass diese Tiere als Glücksbringer gelten. Herr Lsik betonte die Probleme der Mieter mit dem Kot der Tiere. Wegen der großen Höhe des Gebäudes könne die Stiftung Kotbretter nicht in Eigenarbeit anbringen. Der NABU bat deshalb den Bürgermeister der Stadt Karben, Herrn Guido Rahn, um Hilfe. Diese wurde nach Klärung einiger Fragen großzügig gewährt.
Die Mehlschwalben ernähren sich hauptsächlich von Fliegen, Mücken und Blattläusen
und werden deshalb von den meisten Menschen sehr geschätzt. Die Mehlschwalben
gehören, wie die anderen Schwalbenarten, zur Kategorie der besonders geschützten
Arten, deren Nester nach dem Bundesnaturschutzgesetz nicht zerstört werden dürfen
(Gesetz über Naturschutz und Landschaftspflege (BNatSchG) § 44, Abs. 1, Nr. 3).
Interessant ist, dass nur 100m Luftlinie entfernt vom Haus der Kulturstiftung, an einem ähnlich hohen Haus, das der Familie Bradler gehört, ebenfalls eine Mehlschwalben-Kolonie mit 24 Nestern entstanden ist und weiter expandiert:
Es ist fast unglaublich, dass sich so viele Schwalben eingefunden haben und hier brüten. Noch ist es ziemlich still. Wenn aber erst die drei bis vier Jungen je Elternpaar geschlüpft sind, dann wird es richtig lebendig.
Gerhard Bradler freut sich über die vielen Glücksbringer, die jeden Sommer wieder kommen. „Erst waren es nur wenige Paare, die unter unserem Dach ihre Nester bauten“, erzählt Bradler. „ Aber im Laufe der Jahre wurden es immer mehr Mehlschwalben. Wir haben die Tiere in Ruhe gelassen und auch unsere Mieter sind mit den vielen Schwalben einverstanden und akzeptieren, dass sie einmal die Woche die Fensterbretter kehren müssen“. Der NABU Karben beglückwünschte die Familie Bradler zu ihren vielen Schwalben. Eine so große Kolonie ist heute sehr selten an einem einzelnen Gebäude anzutreffen.