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Von weitem hörte man am Ortsrand von Rendel das heftige Klappern eines Storches. Beim Näherkommen klärte sich die Situation: Auf dem Rendeler Storchenhorst stand ein einzelner Storch, der sich
aufplusterte, mit den Flügeln schlug und tüchtig klapperte. Über ihm Kreiste ein Storchenpaar. Die vielen Gesten sollten dem Paar signalisieren: „Hier ist alles besetzt, haut ab!“ Vermutlich
handelte es sich um das Gronauer Storchenpaar, das den bisherigen Winter mehr oder minder vor Ort geblieben ist und sein Revier kontrollierte. Das Paar traute sich aber nicht an den heftig
gestikulierenden Artgenossen heran.
Die warmen und sonnigen Tage haben auch die Störche in Frühlingsstimmung gebracht. Wenn es noch mal richtig kalt werden sollte, dürfte die Stimmung ganz oder teilweise zum Erliegen kommen.
Nach diesem erfolgreichen Abwehrmanöver schwebte der Einzelgänger zum Graben in der Nähe, um im waren Sonnenschein Futter zu suchen. Kaum war er außer Sicht, landete eine Nilganz auf dem Horst,
und drehte sich mit Geschnatter und Rufen in alle Himmelsrichtungen, um den Horst für sich zu reklamieren. Das Dauerte nur eine kurze Zeit, dann erschien der Storch wieder. Mit weit
vorgestrecktem Schnabel sauste er auf das Nest zu. Die Nilgans flüchte sofort vor dieser spitzen Lanze unter lautem Protest. Der Storch landete auf dem Nest, schüttelte sich und entspannte sich
dann bei der Gefiederpflege. Ob damit die Entscheidung gefallen ist oder nicht, werden die nächsten Wochen zeigen. Besonders, wenn ein Partner fehlt, ist es nicht einfach für den Storch einen
begehrten Brutplatz gegen die Konkurrenz zu verteidigen
Es ist ein warmer Tag.
Deshalb bringt ein Elterntier Wasser im Kropf mit, das einem Jungstorch direkt in den Schnabel abgegeben wird.
Wenig später erscheint der zweite Altvogel und würgt die von ihm gesammelte Beute in das Nest. Sofort machen sich beide Jungen über die Leckerbissen her und nehmen das Futter vom Nestboden auf.
Nachdem sie alles verschlungen haben, sind sie für kurze Zeit richtig satt geworden und können sich entspannen. Auch der Altstorch hat nun ein wenig Zeit, etwas für seine eigene Pflege zu tun,
bis er wieder los muss, um weiteres Futter heranzuschaffen. So geht es noch ein paar Tage, bis die Jungen flügge sind und die Familie das Nest verlässt. Ab und zu kommen sie wieder zurück, um sich hier auszuruhen. Aber es dauert nicht lange, bis sich die Jungen selbständig machen und ihrer eigenen Wege gehen bzw. fliegen.