Waldameisen

Die Ameisenvölker sind nach dem Winter wieder aktiv

Auch die Waldameisen werden durch die milden Temperaturen aus der Winterlethargie geholt. Der Winter und die natürlichen Feinde der Ameisen haben den Hügeln zugesetzt. Einige der Hügel sind zerstört. Andere hingegen zeigen wieder muntere Aktivitäten der kleinen Tierchen (Fotos von Leo Goethe):

Wie der NABU zu den Ameisen kam oder die Ameisen zum NABU

Der gelbe Pflock markiert das Ameisenvolk und seinen Bau
Ein markierter Ameisenhügel (Foto: Goethe)

Eine aufmerksame Spaziergängerin wies im Herbst 2013 auf eine zusammengebrochene Schutzhaube für Ameisen im Karbener Wald hin.

 

Der NABU Karben startete daraufhin einen Soforteinsatz und richtete die Haube provisorisch her. Da dies keine dauerhafte Lösung war, wurde im Januar 2014 eine neue stabile Haube errichtet.

In diesem Zusammenhang wurden mehrere Hügel der roten Waldameisen im Karbener Wald (Pelzkappe) gefunden. Offensichtlich waren die früher betreuten Hügel verwaist.

Der NABU beschloss im Einverständnis mit der Hessischen Ameisenschutzwarte die Betreuung zu übernehmen. Um dies fachgerecht zu leisten, wurde ein Mitglied in einem Seminar im Mai 2014 zum „Ameisenwart“ ausgebildet. Mit diesem Wissen ging es nun an die Arbeit. Alle bekannten Hügel wurden mit Pfosten versehen, die eine signalgelbe Kappe und eine Nummer haben. Das soll Waldarbeiter aufmerksam machen, dass es sich um geschützte Arten, die unter Beobachtung stehen, handelt und um Fehlmeldungen zu vermeiden. Es wurden alle NABU Mitglieder aufgefordert, nach neuen unmarkierten Hügeln Ausschau zu halten.

Diese Suche war sehr erfolgreich, hier der  Stand August 2015:
Inzwischen betreuen wir drei Waldinseln, die zwischen 2 - 6 Kilometer voneinander entfernt  und komplett von Agrarflächen umgeben sind. Die Gesamtzahl uns bekannter - also markierter Hügel - beträgt zur Zeit ca. 50 Stück. Wir haben beobachtet, dass die Ameisen Hügel verlassen und in der Nähe neu bauen - also mehr ein Umzug stattfindet - oder, dass sie eine Filiale gründen. Auch das gibt es. Deshalb ist die Gesamtzahl leicht schwankend. Alle Hügel sind mit GPS erfasst.

Unsere Betreuung besteht aus regelmäßiger Kontrolle. Bei Bedarf dem Freischneiden der Hügel von Bewuchs. Die Hügel mit Schutzhauben versehen (nur in Extremfällen - wir haben 2 Fälle). Sonst der Natur ihren Lauf lassen. Grün- und andere Spechte sind im Winter auf Ameisen als Futter angewiesen.

Einen gelungenen Beitrag, um auf die roten Waldameisen aufmerksam zu machen, hat Hessenforst geleistet, indem er neben unserem Hügel Nr.1 ein sogenanntes Waldfenster errichtet hat, das aus einer gut gestalteten Infotafel und einer sehr stattlichen Ameise aus Holz besteht.

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Ameisenhaube  (Foto: Goethe / Prinzinger)
Ameisenhaube (Foto: Goethe / Prinzinger)

Lediglich zwei Nester in besonders exponierter Lage wurden zu ihrem Schutz eingehaust.

Ameisenhelfer  (Foto: Goethe / Prinzinger)
Ameisenhelfer (Foto: Goethe / Prinzinger)

Wofhart Goethe und Roland Prinzinger hausen Ameisen ein


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Die beste Betreuung beschränkt sich auf regelmäßige Kontrollen, suchen und erfassen neuer Nester und ggf. Freischnitt von überwuchernden Pflanzen.