Krötenwanderung in Karben

Die Krötenwanderung beginnt. Sobald die Nachtemperaturen über 5 Grad steigen und die Nächte feucht werden, geht es los. Kröten und Frösche werden von ihren Winterquartieren aufbrechen, um die Laichgewässer zu erreichen. Im Rahmen dieser Wanderungen müssen Kröten und Frösche einige 100, mitunter sogar über 1000 Meter zurücklegen. Dabei überqueren sie auch Wege und Straßen, auf denen viele Tiere durch Fahrzeuge zu Tode kommen.
Die Wanderung beginnt meistens in der Abenddämmerung und hält die Nacht über an. Aber selbst am Tage kann man immer wieder Kröten und Frösche über Wege und Straßen hüpfen sehen. Während dieser Zeit sollte jeder Rücksicht auf die wandernden Tiere nehmen.
Der NABU Karben hat die Stadt Karben gebeten, am sogenannten "Klötzelteich" in Petterweil einen Weg zu sperren, der von dort zum Pfadfinderlager im Lilienwald führt. Die Sperrung soll für den gesamten Verkehr gelten und sich über eine gewisse Zeit erstrecken. Denn in diesen Tagen, vielleicht auch noch für Wochen, was vom Verlauf der Witterung abhängig ist, werden hier mehrere tausend Tiere zu den Teichen wandern. Der NABU Karben bittet alle Einwohner, diese Sperre zu beachten, um die Kröten und Grasfrösche wohlbehalten diesen Weg überqueren zu lassen. 
Im übrigen wird es während dieser Zeit bis etwa Ende März auch an anderen Stellen in der Gemarkung von Karben zu solchen Wanderungen kommen, z.B. über den Fahrrad- und Fußgängerweg sowie die Straße zwischen Rendel und Klein Karben, sowie über den Betonweg durch die Rendeler Wiesen in Richtung Scharmühle. Selbst an der Einmündung der Straße von Petterweil in die B 3 wurden in den vergangenen Jahren verletzte Kröten und Frösche beobachtet. An all diesen Stellen sollten die Verkehrsteilnehmer auf die Tiere Rücksicht nehmen und langsamer fahren und – so weit möglich - die Wege in der Dämmerung oder im Dunkeln meiden, wenn sich dort Kröten oder Frösche bewegen.
In den letzten Jahren haben einige Karbener Bürger in eigener Initiative Frösche und Kröten über verschiedene Fahrwege getragen, um sie so zu retten. Der NABU dankt diesen Bürgern und hofft, dass sie und vielleicht auch weitere Menschen Tiere retten, indem sie die Kröten über die Straßen und Wege tragen.
Der NABU Karben hat bereits Anfang März zwischen Gronau und der Scharmühle einen Krötenzaun errichtet.

Gelbe Westen tragen die Krötenretter beim Einsatz (Foto: Becker)
Durch diese Westen werden die Krötenretter besser gesehen (Foto: Becker)
Vor der Wanderung muss der Zaum stehen (Foto: Becker)
Ein Hindernis, das die Kröten nur mit Hilfe überwinden können (Foto: Becker)
13 Helfer haben den Krötenzaun aufgestellt (Foto: Becker)
Das Team das den Zaum errichtet hat (Foto: Becker)

Unter den Gerettenten waren auch jede Menge Teichfrösche (Fotos: Gelbert)


Erdkröte im Wasser
Erdkröte (Foto: Nicola von Zahn)

Die Krötenwanderung wird in den nächsten Wochen beginnen, der NABU Karben will auch in diesem Jahr versuchen, viele Tiere vor dem Strassenverkehr zu schützen. Dazu wird an der Straße zwischen Rendel und Gronau ein Krötenzaun aufgestellt, der die Amphibien am überqueren der Strasse hindern soll, um sie so vor dem Überfahren durch den Verkehr zu schützen. Helfer fungieren als Überquerungshilfen. Der NABU Karben ruft zum Schutz der Kröten auf und sucht Helfer.

Lageplan mit Position des Krötenzauns
Lageplan mit Position des Krötenzauns (Foto: Google Earth / Torben Gelbert) / durch Klicken vergrößerbar

Situation: Anfang Februar befinden sich die Amphibien noch in ihrer Winterruhe. Wenn die Nachttemperaturen auf über 5 Grad ansteigen und etwas Regen hinzukommt, begeben sie sich relativ zeitgleich auf die Wanderung zu ihrem Laichgebiet.
Bei uns an der Scharmühle ist der Winterlebensraum von dem Laichgebiet durch die Kreisstraße zwischen Gronau und Rendel (K247) durchschnitten. Damit die Tiere auf dieser Straße nicht überfahren werden, stellen wir einen 700m langen Zaun entlang der Straßenböschung auf. Ungefähr alle 20m wird ein Eimer in den Boden eingegraben.
Die Kröten krabbeln somit nach Einbruch der Dunkelheit bis zu dem Zaun, kommen dort nicht weiter - wie gewünscht - und biegen dann am Zaun nach rechts oder links ab und fallen bestenfalls in einen der Eimer.

Helfer beim Aufbau des Zauns (Foto: Katrin Lind)
Helfer beim Aufbau des Zauns (Foto: Katrin Lind)

Aufgabe der Helfer:
Die Zaunbetreuer haben die Aufgabe, in der Hauptwanderzeit, möglichst in den späten Abendstunden (21 – 23 Uhr, gerne bereits früher), die Eimer zu überprüfen und die darin aufgefundenen, sowie weitere im Zaunbereich erkennbare Tiere einzusammeln und auf die andere Straßenseite, relativ nah an das Gewässer,
zu bringen.
Beim Begehen der Wiese in Richtung Laichgewässer muss man unbedingt sehr vorsichtig sein, da überall Kröten und Frösche im Gras sitzen, die nur schwer zu erkennen sind. Zusätzlich muss mindestens eine Person am frühen
Morgen noch einmal nach den Eimern schauen. Bei der morgendlichen Kontrolle ist es besonders wichtig, dass die Tiere dorthin verbracht werden, wo sie sich gleich in Sicherheit bringen können, nämlich ganz nah ans Wasser. Wenn die Tiere bei Tageslicht einfach auf die Wiese gesetzt würden, bestünde die Gefahr der Austrocknung. Für Fressfeinde (Storch, Reiher, etc.) stellten sie außerdem eine leichte Beute dar.
Erdkröten kann man ganz einfach hochnehmen, sie laufen oder hüpfen nicht schnell davon. In der Hand sollte man sie behutsam aber sicher festhalten, denn ein bisschen zappeln sie in der Hand herum und runterfallen sollten sie auf keinen Fall.
Frösche sind in der Hand nicht ganz so ruhig wie die Kröten. Das Aufnehmen ist immer noch recht unproblematisch, aber aus der Hand wollen sie gerne flüchten. Auch hier heißt es, das richtige Maß zu finden und die Tiere so fest zu halten, dass sie nicht herausfallen, aber so sanft zu sein, dass sie sich beim Transport auch nicht verletzen.
Damit wir am Ende wissen, wie viele Amphibien von uns gerettet wurden, müssen die eingesammelten Exemplare grob unterschieden (Kröte/Frosch/Molch) und die jeweilige Art gezählt werden. Einer der Helfer trägt nach dem Einsatz am Zaun die Ergebnisse der Nacht in die Liste ein (siehe Organisation/Auswertung). Die Helfer sollten zusätzlich auch den Zaun kontrollieren und eventuell entstandene Durchlässe schließen.

Der Krötenzaun fertig aufgebaut
So wird der Zaun aussehen (Foto: Katrin Lind)

Ausrüstung:
Da die Aktionen in der Dämmerung/Dunkelheit am Zaun notwendig sind, kann auf folgende Ausstattung der Betreuer unter keinen Umständen verzichtet werden:
- Warnweste
- Taschenlampe /Stirnlampe
- einen eigenen Eimer möglichst tief oder mit Deckel, in dem man die Tiere aus den
eingegrabenen Eimern sammeln kann. (In diesem Eimer sollten zuvor keine chemischen Mittel (Putzmittel) verwendet worden sein, da die Amphibien sehr empfindlich sind.)
- Festes Schuhwerk (Gummi-Stiefel sind ideal)
- Handschuhe für alle, die die Tiere nicht mit der bloßen Hand anfassen möchten.
(Hinweis: Erdkröten sondern zwar ein leichtes Gift aus ihren Drüsen am Kopf ab, wenn sie in Gefahr sind, das ist für den Menschen aber eigentlich ungefährlich. Jedoch sollte man sich nach getaner Arbeit die Hände waschen und ein vorheriges Berühren des Gesichts und der Augen mit den Händen möglichst vermeiden.