Krötenwanderung in Karben

Helfer für Krötenwanderung gesucht

Der Rettungszaun 2018 für Frösche und Kröten steht

Aktive des Karbener NABU und Sympathisanten haben den Krötenzaun zwischen Rendel und Gronau errichtet: Ein Hinweis, dass der Frühling naht und Kröten und Fröschen bald zu ihren Laichgebieten wandern.

Wer am 17. Februar 2018 auf der Kreissstraße zwischen Rendel und Gronau mit dem Auto unterwegs war, musste zurückschalten. Rund 20 Karbener Krötenretter in gelben und roten Warnwesten waren gerade dabei, den Krötenzaun für die bevorstehende Wanderung der Amphibien aufzubauen. Da die Strecke mehr als einen Kilometer lang war, erforderte die Arbeit viel logistisches know how. „Die Stärkeren graben am besten mit dem Spaten“, lautete das Kommando. Tatsächlich ging es ja nicht nur darum, einen etwa 50 Zentimeter hohen Zaun aus grünem Plastikmaterial zu montieren: alle 20 Meter mussten auch Eimer eingegraben werden. Sie bilden sozusagen das Auffangbecken für die Kröten und Frösche, denen der Zaun den Weg versperrte und die nach Auswegen suchen – um schließlich in der Falle zu landen. Frühmorgens und spätabends werden sie von Krötenrettern eingesammelt und über die Straße in ihre Laichgewässer geschafft. Ohne diese Maßnahme, schätzt Torben Gelbert vom Karbener NABU, „gäbe es hier bald Krötengeschnetzeltes für die Störche“.

 

Was Wunder, dass die Aktiven viel Unterstützung erhielten. Eine Tierfreundin opferte sogar ihre Mittagspause, um zwischendurch ein Stündchen beim Zaunaufbau mit Hand an zu legen. Zuvor hatte schon jemand sein Fahrzeug gestoppt, um den Aktiven für ihren Einsatz zu gratulieren. Auch eine junge Schülerin packte mit an.

 

Bei aller Mühe in kalter Witterungen hatten die Krötenretter auch ihren Spaß. So nutzte Professor Roland Prinzinger, der ebenfalls beim Zaunaufbau half, eine Pause für Biologie-Nachhilfe. Beim Graben hatte er nämlich eine Weinbergschnecke entdeckt. Diese Schnecken, erklärte er neugierigen Zaun-Monteuren, hätten früher in seiner Heimat mal als Nahrung gedient, „arme-Leute-Essen“. Heute gelten sie als Delikatesse. Und der Rote Milan, der sich gerade am Himmel gezeigt habe, sei „ein Zugvogel, viele wissen das gar nicht.“

 

Erst weit nach Mittag konnten die Aktivisten vom NABU Vollzug melden. Wohlwissend, dass die Kröten und Frösche bei kalten Temperaturen lieber zu Hause bleiben. Erst wenn Frühlingslüfte wehen, die Temperaturen steigen, gibt es für die Karbener Krötenretter wieder etwas zu tun.


Erdkröte im Wasser
Erdkröte (Foto: Nicola von Zahn)

Die Krötenwanderung wird in den nächsten Wochen beginnen, der NABU Karben will auch in diesem Jahr versuchen, viele Tiere vor dem Strassenverkehr zu schützen. Dazu wird an der Straße zwischen Rendel und Gronau ein Krötenzaun aufgestellt, der die Amphibien am überqueren der Strasse hindern soll, um sie so vor dem Überfahren durch den Verkehr zu schützen. Helfer fungieren als Überquerungshilfen. Der NABU Karben ruft zum Schutz der Kröten auf und sucht Helfer. (Kontakt: Kroetenretter_karben@web.de).

Lageplan mit Position des Krötenzauns
Lageplan mit Position des Krötenzauns (Foto: Google Earth / Torben Gelbert) / durch Klicken vergrößerbar

Situation: Anfang Februar befinden sich die Amphibien noch in ihrer Winterruhe. Wenn die Nachttemperaturen auf über 5 Grad ansteigen und etwas Regen hinzukommt, begeben sie sich relativ zeitgleich auf die Wanderung zu ihrem Laichgebiet.
Bei uns an der Scharmühle ist der Winterlebensraum von dem Laichgebiet durch die Kreisstraße zwischen Gronau und Rendel (K247) durchschnitten. Damit die Tiere auf dieser Straße nicht überfahren werden, stellen wir einen 700m langen Zaun entlang der Straßenböschung auf. Ungefähr alle 20m wird ein Eimer in den Boden eingegraben.
Die Kröten krabbeln somit nach Einbruch der Dunkelheit bis zu dem Zaun, kommen dort nicht weiter - wie gewünscht - und biegen dann am Zaun nach rechts oder links ab und fallen bestenfalls in einen der Eimer.

Helfer beim Aufbau des Zauns (Foto: Katrin Lind)
Helfer beim Aufbau des Zauns (Foto: Katrin Lind)

Aufgabe der Helfer:
Die Zaunbetreuer haben die Aufgabe, in der Hauptwanderzeit, möglichst in den späten Abendstunden (21 – 23 Uhr, gerne bereits früher), die Eimer zu überprüfen und die darin aufgefundenen, sowie weitere im Zaunbereich erkennbare Tiere einzusammeln und auf die andere Straßenseite, relativ nah an das Gewässer,
zu bringen.
Beim Begehen der Wiese in Richtung Laichgewässer muss man unbedingt sehr vorsichtig sein, da überall Kröten und Frösche im Gras sitzen, die nur schwer zu erkennen sind. Zusätzlich muss mindestens eine Person am frühen
Morgen noch einmal nach den Eimern schauen. Bei der morgendlichen Kontrolle ist es besonders wichtig, dass die Tiere dorthin verbracht werden, wo sie sich gleich in Sicherheit bringen können, nämlich ganz nah ans Wasser. Wenn die Tiere bei Tageslicht einfach auf die Wiese gesetzt würden, bestünde die Gefahr der Austrocknung. Für Fressfeinde (Storch, Reiher, etc.) stellten sie außerdem eine leichte Beute dar.
Erdkröten kann man ganz einfach hochnehmen, sie laufen oder hüpfen nicht schnell davon. In der Hand sollte man sie behutsam aber sicher festhalten, denn ein bisschen zappeln sie in der Hand herum und runterfallen sollten sie auf keinen Fall.
Frösche sind in der Hand nicht ganz so ruhig wie die Kröten. Das Aufnehmen ist immer noch recht unproblematisch, aber aus der Hand wollen sie gerne flüchten. Auch hier heißt es, das richtige Maß zu finden und die Tiere so fest zu halten, dass sie nicht herausfallen, aber so sanft zu sein, dass sie sich beim Transport auch nicht verletzen.
Damit wir am Ende wissen, wie viele Amphibien von uns gerettet wurden, müssen die eingesammelten Exemplare grob unterschieden (Kröte/Frosch/Molch) und die jeweilige Art gezählt werden. Einer der Helfer trägt nach dem Einsatz am Zaun die Ergebnisse der Nacht in die Liste ein (siehe Organisation/Auswertung). Die Helfer sollten zusätzlich auch den Zaun kontrollieren und eventuell entstandene Durchlässe schließen.

Der Krötenzaun fertig aufgebaut
So wird der Zaun aussehen (Foto: Katrin Lind)

Ausrüstung:
Da die Aktionen in der Dämmerung/Dunkelheit am Zaun notwendig sind, kann auf folgende Ausstattung der Betreuer unter keinen Umständen verzichtet werden:
- Warnweste
- Taschenlampe /Stirnlampe
- einen eigenen Eimer möglichst tief oder mit Deckel, in dem man die Tiere aus den
eingegrabenen Eimern sammeln kann. (In diesem Eimer sollten zuvor keine chemischen Mittel (Putzmittel) verwendet worden sein, da die Amphibien sehr empfindlich sind.)
- Festes Schuhwerk (Gummi-Stiefel sind ideal)
- Handschuhe für alle, die die Tiere nicht mit der bloßen Hand anfassen möchten.
(Hinweis: Erdkröten sondern zwar ein leichtes Gift aus ihren Drüsen am Kopf ab, wenn sie in Gefahr sind, das ist für den Menschen aber eigentlich ungefährlich. Jedoch sollte man sich nach getaner Arbeit die Hände waschen und ein vorheriges Berühren des Gesichts und der Augen mit den Händen möglichst vermeiden.
Organisation und Auswertung:
Da sich die komplette Laichwanderung der Erdkröten über ca. 4 Wochen hinziehen kann, müssen wir natürlich gut organisiert sein. Im Internet haben wir einen (für die Helfer zugänglichen) Einsatzplan, in den sich jeder Helfer eintragen kann, bzw. soll. Idealerweise sind 4 Helfer für abends und 2 Helfer für morgens angedacht. Wenn man kurzfristig nicht den eingetragenen Dienst durchführen kann, sollte man sich um einen Ersatz bemühen. Aus diesem Grund wurde eine Liste mit allen Helfern an die Mitwirkenden übersandt. Bitte die Ergebnisse der „Sammlung“ zeitnah in die Tabelle eintragen.
Bei Rückfragen wendet euch bitte an die Adresse:
Kroetenretter_karben@web.de


Bilanz der Krötenrettung 2016 / 2017

2017:

Zaunaufbau vom 04.03.2017 - 08.04.2017. Gesamtlänge: 700m

Kröten 526, Frösche 51

2016:

Zaunaufbau vom 13.03.2016 - 02.04.2016. Gesamtlänge: 700m.

 Kröten 618, Frösche 3

Bilanz der Krötenrettung 2015 an der Scharmühle

Wie jedes im Frühjahr machten sich auch in diesem Jahr die Kröten auf den Weg über die Straße von Rendel nach Gronau. Kurz vorher lud Katrin Lind vom NABU Karben alle Menschen ein, die an der Krötenrettungsaktion interessiert waren. 25 Helfer waren schließlich bereit mitzumachen. Das bedeutete, zu später Nachtstunde und am frühen Morgen Zeit zu opfern - manchmal Stunden, um die Tiere in Eimern über die Straße zu tragen oder die Eimer zu kontrollieren. Aufgrund der recht kalten Witterung im März zog sich die Aktion über knapp 6 Wochen hin, was ungewöhnlich lang ist.

Der 600 Meter lange Krötenzaun musste in dieser Zeit regelmäßig zweimal täglich kontrolliert werden. Der Zaun wurde um 200m verlängert, weil sich in den Jahren davor gezeigt hatte, dass am Ende des Zauns in Richtung Scharmühle immer wieder größere Zahlen an Kröten und Fröschen überfahren wurden.

Um sich eine Vorstellung von den Wanderungsbewegungen machen zu können, wurden die täglichen Sammelergebnisse erfasst. Danach erfolgte die eigentliche Wanderung der Tiere in drei Abschnitten:
 08.03.2015 – 11.03.2015 - 112 Erdkröten / 53 Frösche
 17.03.2015 – 22.03.2015 - 430 Erdkröten / 19 Frösche
 24.03.2015 – 31.03.2015 - 368 Erdkröten / 71 Frösche .
Insgesamt ergaben sich damit  910 Erdkröten und 143 Grasfrösche, die sicher über die Straße gelangten.

Der NABU Karben dankt allen Helfern für ihren nicht leichten Einsatz. Darüber hinaus gilt der Dank dem  Wetteraukreis, der bereit war, 400m des Zauns zu finanzieren, weil in diesem Jahr ein sonst vom Forstamt Nidda geliehener Zaun nicht mehr zur Verfügung stand.

Als kleine Anerkennung wurde den Helfern Warnwesten mit dem Aufdruck "Krötenretter Karben" bei einem Nachbereitungsgespräch überreicht, wo die Erfahrungen ausgetauscht wurden, um für nächstes Jahr noch besser gewappnet zu sein.


Alles im Eimer: Gerettete Kröten (Foto: K. Lind)
Bilanz einer Nacht: eimerweise Kröten gerettet (Foto: K. Lind)

Während die Kröten und Frösche in ihren Unterschlüpfen Kraft für die anstrengende Laichwanderung im Frühjahr sammeln, bereiten wir uns langsam auf die Maßnahmen vor, die notwendig sind, um die Tiere vor dem sehr wahrscheinlichen Straßentod zu bewahren.
 
Die Wanderung erstreckt sich meist über 3-4 Wochen und beginnt ab dem Zeitpunkt, wenn die Temperaturen wieder die Plusgrade erreichen. Das ist meist gegen Ende Februar / Anfang März der Fall, kann aber natürlich nicht verlässlich vorausgesagt werden.

Zwischen Rendel und Gronau steht der Krötenzaun
Die Straße zwischen Rendel und Gronau

Auf der Kreisstraße zwischen Karben / Rendel und Bad Vilbel / Gronau findet jährlich eine richtige Massenwanderung statt und seit 2 Jahren kümmert sich unsere Krötenbeauftragte Katrin Lind darum, dort die Wanderung mit einem Amphibienzaun zu schützen. Die Tiere werden durch den Zaun an dem Betreten der Straße gehindert und in Eimer umgeleitet, die in dieser Zeit im Boden vergraben sind. Aus diesen Eimern müssen sie sodann von Helfern über die Straße getragen werden.

Nabu-Karben sucht freiwillge Helfer (Foto: K. Lind)
Freiwillige Helfer zum Schutz von Kröten (Foto: K. Lind)

Da die Amphibien bedauerlicherweise die Nachtzeit für ihre Wanderung gewählt haben, müssen die Eimer gegen 23 Uhr am Abend und morgens (wegen der Nachzügler) möglichst noch in der Dunkelheit geleert werden.
Für diese Rettungsaktion werden viele freiwillige Helfer benötigt, die bereit sind, an einem Abend oder Morgen in der Woche diese Aufgabe zu übernehmen, damit die Belastung für jeden einzelnen nicht zu hoch ist.
Alles in allem ist dieser Einsatz kein Hexenwerk und von nahezu Jedermann einfach zu bewältigen. Dabei müssen, auch zu Ihrer Sicherheit, nur ein paar einfache Dinge beachtet werden, die Katrin Lind in einer kleinen Broschüre zu Papier gebracht hat.
  Werden auch Sie zum Krötenretter! Wenden Sie sich ganz einfach per E-Mail an kroetenretter_karben@yahoo.de.

Bilanz der Krötenwanderung 2014

Katrin Lind betreut den Krötenzaum und berichtet, "dass wir seit dem 26.02.2014 630 Kröten, 240 Frösche und wenige Molche gerettet haben.

Der Krötenzaun war im letzten Jahr nur 250m lang. Die Verlängerung um 200m hat geklappt und hat uns große Dienste geleistet.

So wie es derzeit aussieht, ist die Laichwanderung so gut wie abgeschlossen. Wir warten ein Wochenende nochmal ab und wenn sich da auch nicht mehr viel tut, lassen wir den Zaun bis zum nächsten Jahr abbauen!

Wir hatten fast doppelt so viele Tiere wie im letzten Jahr, das ist schon toll!"

Krötenwanderung hat begonnen

Durch die Warme Witterung sind Kröten, Frösche und Molche schon sehr früh aus ihrem Winterschlaf erwacht. Ein erster Schub hat sich schon Ende Februar in einer relativ warmen und feuchten Nacht auf die Wanderung zu den Laichgewässern gemacht. In dieser Nacht haben Helfer am Krötenzaun zwischen Rendel und Gronau über 300 Tiere über die Straße getragen. Dann wurden die Nächte wieder zu kalt, so dass die Wanderung gestoppt wurde. Wenn die Nachttemperaturen auf ca. 6° steigen und es wieder feucht wird, wird diese Wanderung fortgesetzt.

Im Rahmen ihrer Wanderungen müssen Kröten und Frösche einige 100, mitunter sogar über 1000 Meter zurücklegen, um ihre Gewässer zu erreichen. Dabei überqueren sie auch Wege und Straßen, auf denen viele Tiere durch Fahrzeuge zu Tode kommen.

Die Wanderung beginnt meistens bei feuchtem Wetter in der Abenddämmerung und hält die Nacht über an. Aber selbst am Tage kann man immer wieder Kröten und Frösche über Wege und Straßen hüpfen sehen. Während dieser Zeit sollte jeder Rücksicht auf die wandernden Tiere nehmen.

Der NABU Karben hat die Stadt Karben gebeten, am sogen. "Klötzelteich" in Petterweil einen Weg zu sperren, der von dort zum Pfadfinderlager durch den Lilienwald führt. Die Sperrung soll für den gesamten Verkehr gelten und sich über eine gewisse Zeit erstrecken. Denn in diesen Tagen, vielleicht auch noch für Wochen, was vom Verlauf der Witterung abhängig ist, werden hier mehrere tausend Tiere zu den Teichen wandern. Der NABU Karben bittet alle Einwohner, diese Sperre zu beachten, um die Kröten und Grasfrösche wohlbehalten diesen Weg überqueren zu lassen.

Im übrigen wird es während dieser Zeit bis etwa Ende März auch an anderen Stellen in der Gemarkung von Karben zu solchen Wanderungen kommen, z.B. über den Fahrrad- und Fußgängerweg sowie über die Straße zwischen Rendel und Klein Karben, sowie über den Betonweg durch die Rendeler Wiesen in Richtung Scharmühle. Selbst an der Einmündung der Straße von Petterweil in die B 3 wurden in den vergangenen Jahren verletzte Kröten und Frösche beobachtet, die auf das Gelände des BBW wollten. An all diesen Stellen sollten die Verkehrsteilnehmer auf die Tiere Rücksicht nehmen und langsamer fahren und - so weit möglich - die Wege in der Dämmerung oder im Dunkeln meiden, wenn sich dort Kröten oder Frösche bewegen.

In den letzten Jahren haben einige Karbener Bürger in eigener Initiative Frösche und Kröten über verschiedene Fahrwege getragen, um sie so zu retten. Der NABU dankt diesen Bürgern und hofft, dass sie  und vielleicht auch weitere Menschen Tiere retten, indem sie die Kröten über die Fahrwege tragen.

 Mitte März 2013 haben Naturfreunde zwischen Gronau und Rendel einen sogenannten Krötenzaun eingrerichtet. 

Die wandernden Amphibien laufen auf der Suche nach einem Durchlass am Zaun entlang und fallen in den Boden eingelassene Eimer. Helfer leeren frühmorgens und in der Abenddämmerung die Eimer und bringen die Molche, Kröten und Frösche über die Straße. Dabei werden die Tiere gezählt, um einen Überblick über die Zahl der Tiere pro Art zu erhalten.