Krötenwanderung in Karben

Bilanz der Krötenrettung 2015 an der Scharmühle
Wie jedes im Frühjahr machten sich auch in diesem Jahr die Kröten auf den Weg über die Straße von Rendel nach Gronau. Kurz vorher lud Katrin Lind vom NABU Karben alle Menschen ein, die an der Krötenrettungsaktion interessiert waren. 25 Helfer waren schließlich bereit mitzumachen. Das bedeutete, zu später Nachtstunde und am frühen Morgen Zeit zu opfern - manchmal Stunden, um die Tiere in Eimern über die Straße zu tragen oder die Eimer zu kontrollieren. Aufgrund der recht kalten Witterung im März zog sich die Aktion über knapp 6 Wochen hin, was ungewöhnlich lang ist.

Der 600 Meter lange Krötenzaun musste in dieser Zeit regelmäßig zweimal täglich kontrolliert werden. Der Zaun wurde um 200m verlängert, weil sich in den Jahren davor gezeigt hatte, dass am Ende des Zauns in Richtung Scharmühle immer wieder größere Zahlen an Kröten und Fröschen überfahren wurden.

Um sich eine Vorstellung von den Wanderungsbewegungen machen zu können, wurden die täglichen Sammelergebnisse erfasst. Danach erfolgte die eigentliche Wanderung der Tiere in drei Abschnitten:
 08.03.2015 – 11.03.2015 - 112 Erdkröten / 53 Frösche
 17.03.2015 – 22.03.2015 - 430 Erdkröten / 19 Frösche
 24.03.2015 – 31.03.2015 - 368 Erdkröten / 71 Frösche .
Insgesamt ergaben sich damit  910 Erdkröten und 143 Grasfrösche, die sicher über die Straße gelangten.

Der NABU Karben dankt allen Helfern für ihren nicht leichten Einsatz. Darüber hinaus gilt der Dank dem  Wetteraukreis, der bereit war, 400m des Zauns zu finanzieren, weil in diesem Jahr ein sonst vom Forstamt Nidda geliehener Zaun nicht mehr zur Verfügung stand.

Als kleine Anerkennung wurde den Helfern Warnwesten mit dem Aufdruck "Krötenretter Karben" bei einem Nachbereitungsgespräch überreicht, wo die Erfahrungen ausgetauscht wurden, um für nächstes Jahr noch besser gewappnet zu sein.

Helfer für die Krötenwanderung gesucht

Alles im Eimer: Gerettete Kröten (Foto: K. Lind)
Bilanz einer Nacht: eimerweise Kröten gerettet (Foto: K. Lind)

Während die Kröten und Frösche in ihren Unterschlüpfen Kraft für die anstrengende Laichwanderung im Frühjahr sammeln, bereiten wir uns langsam auf die Maßnahmen vor, die notwendig sind, um die Tiere vor dem sehr wahrscheinlichen Straßentod zu bewahren.
 
Die Wanderung erstreckt sich meist über 3-4 Wochen und beginnt ab dem Zeitpunkt, wenn die Temperaturen wieder die Plusgrade erreichen. Das ist meist gegen Ende Februar / Anfang März der Fall, kann aber natürlich nicht verlässlich vorausgesagt werden.

Zwischen Rendel und Gronau steht der Krötenzaun
Die Straße zwischen Rendel und Gronau

Auf der Kreisstraße zwischen Karben / Rendel und Bad Vilbel / Gronau findet jährlich eine richtige Massenwanderung statt und seit 2 Jahren kümmert sich unsere Krötenbeauftragte Katrin Lind darum, dort die Wanderung mit einem Amphibienzaun zu schützen. Die Tiere werden durch den Zaun an dem Betreten der Straße gehindert und in Eimer umgeleitet, die in dieser Zeit im Boden vergraben sind. Aus diesen Eimern müssen sie sodann von Helfern über die Straße getragen werden.

Nabu-Karben sucht freiwillge Helfer (Foto: K. Lind)
Freiwillige Helfer zum Schutz von Kröten (Foto: K. Lind)

Da die Amphibien bedauerlicherweise die Nachtzeit für ihre Wanderung gewählt haben, müssen die Eimer gegen 23 Uhr am Abend und morgens (wegen der Nachzügler) möglichst noch in der Dunkelheit geleert werden.
Für diese Rettungsaktion werden viele freiwillige Helfer benötigt, die bereit sind, an einem Abend oder Morgen in der Woche diese Aufgabe zu übernehmen, damit die Belastung für jeden einzelnen nicht zu hoch ist.
Alles in allem ist dieser Einsatz kein Hexenwerk und von nahezu Jedermann einfach zu bewältigen. Dabei müssen, auch zu Ihrer Sicherheit, nur ein paar einfache Dinge beachtet werden, die Katrin Lind in einer kleinen Broschüre zu Papier gebracht hat.
 
Werden auch Sie zum Krötenretter! Wenden Sie sich ganz einfach per E-Mail an kroetenretter_karben@yahoo.de.

Bilanz der Krötenwanderung 2014

Katrin Lind betreut den Krötenzaum und berichtet, "dass wir seit dem 26.02.2014 630 Kröten, 240 Frösche und wenige Molche gerettet haben.

Der Krötenzaun war im letzten Jahr nur 250m lang. Die Verlängerung um 200m hat geklappt und hat uns große Dienste geleistet.

So wie es derzeit aussieht, ist die Laichwanderung so gut wie abgeschlossen. Wir warten ein Wochenende nochmal ab und wenn sich da auch nicht mehr viel tut, lassen wir den Zaun bis zum nächsten Jahr abbauen!

Wir hatten fast doppelt so viele Tiere wie im letzten Jahr, das ist schon toll!"

Krötenwanderung hat begonnen

Durch die Warme Witterung sind Kröten, Frösche und Molche schon sehr früh aus ihrem Winterschlaf erwacht. Ein erster Schub hat sich schon Ende Februar in einer relativ warmen und feuchten Nacht auf die Wanderung zu den Laichgewässern gemacht. In dieser Nacht haben Helfer am Krötenzaun zwischen Rendel und Gronau über 300 Tiere über die Straße getragen. Dann wurden die Nächte wieder zu kalt, so dass die Wanderung gestoppt wurde. Wenn die Nachttemperaturen auf ca. 6° steigen und es wieder feucht wird, wird diese Wanderung fortgesetzt.

 

Im Rahmen ihrer Wanderungen müssen Kröten und Frösche einige 100, mitunter sogar über 1000 Meter zurücklegen, um ihre Gewässer zu erreichen. Dabei überqueren sie auch

Wege und Straßen, auf denen viele Tiere durch Fahrzeuge zu Tode kommen.

 

Die Wanderung beginnt meistens bei feuchtem Wetter in der Abenddämmerung und

hält die Nacht über an. Aber selbst am Tage kann man immer wieder Kröten und

Frösche über Wege und Straßen hüpfen sehen. Während dieser Zeit sollte jeder

Rücksicht auf die wandernden Tiere nehmen.

 

Der NABU Karben hat die Stadt Karben gebeten, am sogen. "Klötzelteich" in Petterweil

einen Weg zu sperren, der von dort zum Pfadfinderlager durch den Lilienwald führt. Die

Sperrung soll für den gesamten Verkehr gelten und sich über eine gewisse Zeit

erstrecken. Denn in diesen Tagen, vielleicht auch noch für Wochen, was vom Verlauf

der Witterung abhängig ist, werden hier mehrere tausend Tiere zu den Teichen

wandern. Der NABU Karben bittet alle Einwohner, diese Sperre zu beachten, um die

Kröten und Grasfrösche wohlbehalten diesen Weg überqueren zu lassen. 

 

Im übrigen wird es während dieser Zeit bis etwa Ende März auch an anderen Stellen in

der Gemarkung von Karben zu solchen Wanderungen kommen, z.B. über den Fahrrad-

und Fußgängerweg sowie über die Straße zwischen Rendel und Klein Karben, sowie

über den Betonweg durch die Rendeler Wiesen in Richtung Scharmühle. Selbst an

der Einmündung der Straße von Petterweil in die B 3 wurden in den vergangenen

Jahren verletzte Kröten und Frösche beobachtet, die auf das Gelände des BBW

wollten. An all diesen Stellen sollten die Verkehrsteilnehmer auf die Tiere Rücksicht

nehmen und langsamer fahren und - so weit möglich - die Wege in der Dämmerung

oder im Dunkeln meiden, wenn sich dort Kröten oder Frösche bewegen.

 

In den letzten Jahren haben einige Karbener Bürger in eigener Initiative Frösche und Kröten über verschiedene Fahrwege getragen, um sie so zu retten. Der NABU dankt diesen Bürgern und hofft, dass sie  und vielleicht auch weitere Menschen Tiere retten, indem sie die Kröten über die Fahrwege tragen.

 Mitte März 2013 haben Naturfreunde zwischen Gronau und Rendel einen sogenannten Krötenzaun eingrerichtet. 

Die wandernden Amphibien laufen auf der Suche nach einem Durchlass am Zaun entlang und fallen in den Boden eingelassene Eimer. Helfer leeren frühmorgens und in der Abenddämmerung die Eimer und bringen die Molche, Kröten und Frösche über die Straße. Dabei werden die Tiere gezählt, um einen Überblick über die Zahl der Tiere pro Art zu erhalten.

 

Weitere Helfer sind willkommen.


Weitere Informationen unter NABU-Karben-facebook