Libellen in Karben

Libellen im Rapps Naturgarten

Die Gemeine Winterlibelle (Sympecma fusca) ist neben der Sibirischen Winterlibelle (Sympecma paedisca) die einzige Libellenart die als flugfähiges Insekt überwintert. Zur Zeit kann man sie mit etwas Glück bei der Eiablage beobachten. Sie werden aber nur noch wenige Tage zu sehen sein. Dann sind sie bis in den Spätsommer verschwunden. Nach dem Schlupf (Juli, August) verschwinden sie dann wieder vom Teich ins Buschland oder in in umliegende Wälder. Erst im zeitigen Frühjahr kommen sie wieder ans Gewässer zurück. Zur Zeit kann man sie im Rapp's Naturgarten beobachten. (Fotos: Gerhard Bauer)

Libellen im Naturschutzgebiet Ludwigsquelle

Libellen kommen auf allen Kontinenten vor, außer der Antarktis. Weltweit sind heute etwa 5.900 Arten bekannt. In Mitteleuropa, also auch bei uns in Deutschland, sind etwa 85 Arten nachgewiesen. In Karben gibt es verschiedene Arten von Kleinlibellen (Zygoptera) und Großlibellen (Anisoptera). Je nach Jahreszeit kann man sie fliegen sehen. Im Naturschutzgebiet an der  Ludwigsquelle sind Libellen häufig zu beobachten.

 

      Zur  Libellen Bilder Galerie (alle Fotos von Gerhard Bauer)

Fotos von Libellenfotograf Gerhard Bauer
Foto Gerhard Bauer: Libelle beobachtet Fotograf

Von März bis November 2015 stand das Gebiet sehr kontinuierlich unter Beobachtung durch NABU-Mitglied und Libellenexperte Gerhard Bauer. Unzählige Stunden, bei allen erdenklichen Wetterlagen, hat G. Bauer vor Ort seine Beobachtungen mit der Kamera festgehalten. Diese Bestandsaufnahme erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit, das Ergebnis hat jedoch den Zeitaufwand und alle Mühen gerechtfertigt.


Helm Azurjungfer ist in Hessen kaum zu finden
Foto Gerhard Bauer: Rarität in Hessen - Helm Azurjungfer

Von den ca. 80 in Deutschland vorkommenden Libellenarten konnten 17 Arten am NSG-Ludwigsquelle und seiner Umgebung nachgewiesen werden.

Besonders bemerkenswert ist, dass dazu eine stabile Population der Helm Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) zählt. Diese Art steht seit Jahren auf der Roten Liste der stark gefährdeten Arten. Nur noch wenige Gemeinden in Hessen können diese Art auf ihrem Gebiet nachweisen. Bei uns fühlt sie sich wohl. Zur Zeit stehen die Aussichten gut, dass es auch so bleibt!

Helm Azurjungfer bei der Paarung in Karben
Foto Gerhard Bauer: Helm Azurjungfer sorgen für Nachwuchs in Karbener Naturschutzgebiet

Die Helm Azurjungfer (Coenagrion mercuriale) ist eine unscheinbare blaue Kleinlibelle. Sie gehört zur Familie der Schlanklibellen (Coenagrionidae). Sie stellt aber ganz spezielle Ansprüche an ihr Biotop. In der Wetterau ist sie fast ausgestorben. Nur noch sehr wenig nachgewiesene Stellen sind bekannt. In Karben haben wir das Glück, genau diese Bedingungen in unserer Gemarkung zu haben: ein langsam fließendes, schmales Quellgewässer mit sehr sauberem Wasser, ganzjährig fließend, offen und sonnen-beschienen. Zur Eiablage muss die Berle (Sium erectum) im Gewässer wachsen. Seit Jahren ist eine stabile Population nachgewiesen. Über mehr Nachweisstellen würden wir uns freuen. Sie ist mittlerweile in Deutschland vom Aussterben bedroht. Vorkommen gibt es noch im Oberrheingebiet und im Alpenvorland.

Libellen in Karbener Naturschutzgebiet
Foto Gerhard Bauer: Großer Blaupfeil

Alle vorkommenden Libellenarten waren je nach Jahreszeit in ausreichender Populationsdichte vorhanden. Der sehr heiße und trockene Sommer 2015 hat die Aktivitäten mancher Arten eingeschränkt. Es besteht aber kein Anlass zur Sorge. Auch 2016 werden sie wieder aus dem Wasser emporsteigen und uns mit ihren Flugkünsten und Farben begeistern.
Die größten Libellen heutzutage sind tropische Arten mit einer Spannweite von 19 cm und einer Länge von 16 cm. Die kleinsten Arten haben eine Spannweite von ca. 2 cm und eine Länge von ca. 2,5 cm.
Übrigens: Libellen haben keinen Stachel und können uns deshalb auch nicht stechen. Vor ihren Kiefern müssen sich nur Insekten fürchten, die ins Beuteschema passen! Schützen sie unsere Flüsse und Gewässer wenn sie auch weiterhin Libellen beobachten möchten! Die meiste Zeit leben sie als Larve im Wasser. Nur eine sehr kurze Zeit ihres Lebens zeigen sie sich uns als Fluginsekt.

Mehr über Libellen gibt es  hier