Störche in der Wetterau

Rückkehr der Störche in die Wetterau

 

„Der Storch ist einer der schönsten Vögel, die wir in Deutschland haben. Jeder kennt ihn

z.B. als Klapperstorch. Er sucht häufig die Nähe des Menschen auf und baute seit alters

her oft auf Häusern seine Nester.“

Der Storch über Karben: majestätischer Flieger (fotographiert von Katrin Lind)
Majestätischer Flieger über Karben (fotographiert von Katrin Lind)

Mit diesen Sätzen leitete Ralf Eichelmann seinen vom NABU Karben organisierten Vortrag

über die Rückkehr der Störche in die Wetterau im Februar 2012 ein.

 

Von 1980 bis 1992 gab es bei uns keine Störche mehr. Bis Ende der 90er Jahre brüteten

nur einzelne Paare an verschiedenen Stellen und erst 2008 erhöhte sich diese Zahl

spürbar auf dreizehn und erreichte 2011 sogar 29 Paare. Eichelmann geht davon aus, dass

sich die Storchenpopulation weiter erhöhen wird, insbesondere weil die in unserem Gebiet

geborenen Jungstörche zum Teil wieder in die Wetterau als Brutvögel zurückkehren. Da es

kaum alte Bäume gibt, auf denen Störche ihre Nester errichten können, hängt die Zahl der

Bruten wesentlich von den Horstmasten ab, die der Mensch errichtet. Dächer werden von den Störchen kaum noch angenommen, weil die Störche gerne auch bei der Futtersuche ihr Nest

im Auge behalten möchten. Die Nahrungsbiotope sind aber meistens weiter von den Häusern entfernt und viele Störche sind an die Mastnester gewöhnt.

 

Eichelmann zeigte aufregende Bilder von Störchen, wie sie z.B. um einen Nistplatz kämpfen. Dabei kann es auch zu ernsthaften Verletzungen kommen. Das Nest, das über viele Jahre

benutzt wird, ist das Paar bildende Element: Störche sind nicht in einer Dauerehe gebunden.

Die Partner kehren normalerweise einzeln zum Nest zurück. Sobald sich die alten Partner

dort treffen, bilden sie wieder ein Paar. Wenn aber nach der Ankunft des ersten Storches ein fremder Storch kommt, dann bilden diese häufig ein neues Paar. Wenn anschließend der alte Partner wieder eintrifft, kommt es zu heftigen Auseinandersetzungen.

 

Sobald das Gelege mit drei bis 5 Eiern vollständig ist, brüten die Eltern abwechselnd

ca. 32 Tage. Nach dem Schlüpfen muss viel Futter herangeschafft werden. Zunächst bewacht immer ein Altstorch die Jungen. In der Hauptwachstumsphase braucht ein Junges täglich ungefähr 1,5 kg Mäuse, Ratten, Würmer oder Insekten, so dass dann beide Elterntiere im

Einsatz sind. Nach zwei Monaten fliegen die Jungen aus und finden sich mit anderen

Jungvögeln zusammen, um dann gemeinsam im August oder September ohne die Altvögel

nach Spanien zu fliegen. Dort finden sie auf großen Müllkippen Ratten und Mäuse.

 

Eichelmann führte das als einen Grund für die Bestandserholung der Störche an. Weitere

Gründe sind die Wiederherstellung von Feuchtgebieten, Schaffung eine ausreichende Zahl

an Nisthilfen, Sicherung von Freileitungen und die Verwendung von weniger giftigen Pestiziden. Schließlich spielt auch die frühere Geschlechtsreife und die Auswilderungsaktionen der

Storchen-Aufzuchtstationen eine wichtige Rolle. Die Fütterung der Störche würde aber dem

Storchenbestand kaum nützlich sein, so Eichelmann.

Trotzdem sei eine Fahrt nach Schierstein am Rhein ein Erlebnis, wo die Störche lange Zeit gefüttert wurden, dort die vielen Störche zu erleben, die u.a. auf sehr großen Strommasten ihre Nester errichten.

 

Informatienen zu den Störchen in Karben auf den Seiten:

> Störche in Rendel

> Störche am Ludwigsbrunnen