Zu den Roten Waldaweisen im Rauwald bei Karben

Der Rauwald und auch die übrigen Wälder bei Karben wurden vor rund 200 Jahren gegründet. Sie sind flächenmäßig isoliert, sodass es noch vor 50 Jahren keine hügelbauende Waldameisen dort gab. Erst der Förster Hans Fleischhauer hat dann eine Besiedlung der Karbener Wälder mit der Roten Waldameise vorgenommen.

Wolfhart Goethe über Ameisen und ihre Lebensweise
Wolfhart Goethe gibt einleitende Informationen zu den Ameisen und ihrer Lebensweise (Foto: Becker)

Es gibt jetzt - wie Wolfhart Goethe vom NABU Karben im Rahmen der Ameisenexkursion berichtete - drei Standtorte in Karbens Wäldern: Im Osten die Pelzkappe, im Westen das Waldgebiet Alte Berg und im Norden der Rauwald. 25 Interessierte hatten sich trotz unsicherer Wetterlage eingefunden, um gemeinsam etwas über die Ameisen und deren Leben zu erfahren und durch den Wald zu wandern. Es ging über Stock und Stein. "Über zwei Millionen fleißige Ameisen leben in einem großen Ameisenhügel. Der oberirdische Hügel ist nur der sichtbare Teil. Tatsächlich befinden sich 2/3 des Nestes unter der Erde" berichtete Goethe.

Wolfhart Goethe vor einem intakten Ameisenhügel
Vor einem intakten Ameisenhügel erläutert Wolfhart Goethe, dass die Rote Waldameise im Rauwald häufiger mit ihrem ganzen Volk in die Nachbarschaft umzieht, wo die Lebesbedingungen günstiger sind (Foto: Becker)

Die Besucher sahen viele Ameisenhügel, einige schienen abgestorben zu sein, andere waren toll belebt und wirkten sehr gepflegt. Dann sahen die Wanderer auch Flächen, wo vor einem Jahr noch große Hügel standen und nun total platt waren. "Es ist alles im Fluss", so Goethe. "Manchmal kann man sich die Veränderungen erklären, weil sich die Lichtverhältnisse im Wald und der Bewuchs verändert haben, aber manchmal können wir als Menschen uns diese Veränderungen nicht erklären". 80% der Nahrung der Waldameisen besteht aus Insekten, 20% aus süßen Sekreten von den verschiedenen Blatt-, Baum-  und Wurzelläusen. "Wo bleiben die toten Ameisen?" fragte ein Besucher. "Sie werden zunächst in Totenkammern gesammelt und dann nach draußen entsorgt, weil sie mit Krankheitskeimen oder mit Pilzen verseucht sein können". Plötzlich hörten die Besucher eine Art Pfeifton durch den Wald erklingen: "Das ist ein junger Mäusebussard", wusste einer der Wanderer.