NABU Karben besucht die Grube Messel

Am 24. Juni 2016 hatte der NABU Karben zu einer Fahrt ins Weltkulturerbe Messel eingeladen. 18  interessierte Teilnehmer machten sich auf den Weg und fanden sich dort pünktlich zur Führung ein. Vorher wurde auf die Zugangsvoraussetzungen hingewiesen:
Wettergemäße Kleidung (Hitze wie Regen) und festes, flaches Schuhwerk mit Profilsohle sind unbedingt erforderlich. Es regnete an dem Morgen gerade mal nicht und die Hitze in der Grube war erträglich.

Foto König-Amann: In der Grube Messel brodelte einst ein Vulkan
Die Grube Messel ist vulkanischen Ursprungs (Foto: König-Amann)

Trotz guter Kenntnisse über die Ölschiefer- und Fossil-Lagerstätte Grube Messel war die Entstehungsgeschichte bis 2001 weitgehend unbekannt. Erst die Geophysik und eine Forschungsbohrung im Herbst 2001 hat es offenbart: Das Seebecken vor etwa 47 Millionen Jahren war ein Maar-Kratersee. 47 Millionen Jahre in wenigen Sekunden.
Die heutige Grube Messel hat eine Ausdehnung von rund 800 m Durchmesser und einer Tiefe von etwa 65 m. Wer sie durchquert, wird sich fast nicht vorstellen können, dass die Auswirkungen der Maarexplosionen vor etwa 47 Millionen Jahren bis in eine Tiefe von fast 2000 m reichen.
Die Gruppe erlebte bei einer Führung, wie Geowissenschaftler die Vergangenheit lebendig lassen werden können. Sie erfuhren, wie die im Ölschiefer enthaltenen Fossilien entstanden sind und wie die Region um Messel vor 48 Millionen Jahren aussah.

Foto König-Amann: ein Höhepunkt der Führung - die Jedermann-Suche nach Fosslien
An diesem Haufen Ölschiefer dürfte jeder mal suchen (Foto: König-Amann)

Bei einigen Ölschiefer-Aufschüttungen konnte selbst versucht werden, aus dem Ölschiefer erkennbare Artefakte zu lösen. Es ist wie beim Lotto – man versucht es immer wieder und hofft, doch einmal etwas richtig Gutes zu finden. Ein Blatt wurde gefunden und eine Fischflosse gezeigt ….
Man schlüpft in die Rolle des Entdeckers  und möchte schon des 72. Urpferdchen finden. Aber wir hätten es doch nicht mitnehmen dürfen, denn die Grube Messel ist ein UNESCO Weltnaturerbe und steht daher unter besonderem Schutz. Ihre Fossilien sollen für die Nachwelt erhalten bleiben! „Das Graben nach Fossilien und die Mitnahme von Gesteinen (Ölschiefer und Fossilien), Tieren und Pflanzen aus der Grube Messel ist  für Privatpersonen nicht gestattet."

Foto König-Amann: das Urpferdchen versteinert und im Modell
Das Urpferdchen der Gruße Messel - das Fossil und das Modell (Foto: König-Amann)

Nach der der 2 stündigen Führung war noch die Besichtigung des sehr informativen Besucherzentrums im Programm. Bei dem Rundgang durch Räume, die verschiedenen Themen gewidmet sind, erfährt der Besucher Wissenswertes zum Beispiel zu den Themen Landschaft, Vulkanismus oder Dschungel.
Einer der Höhepunkte ist eine virtuelle „Fahrt in die Tiefe“. Die kaleidoskopische Zeitreise in die Welt der Gesteine bietet eine 360°-Projektion und simuliert eine Bohrung bis in eine Tiefe von 433 Meter.
Am Ende des Rundganges erwartet den Besucher eine Schatzkammer mit fossilen Funden der Grube Messel.
Nach dieser Tour durch die Erdgeschichte entspannte sich die Gruppe in einer nahegelegenen Gaststätte bei gutem Essen, bevor es vor dem Gewitter wieder heimwärts nach Karben ging.