Entstehung Europas in der Erdgeschichte

Der große Clubraum im Bürgerzentrum war, wie jedes Jahr wieder voll besetzt, als Dr. Hansen einen Vortrag aus seiner Vortragsreihe zur Entstehung unserer Erde hielt.
Es war eine Gemeinschaftsveranstaltung des NABU Karben und des Karbener Geschichtsvereins. Die beiden Vereine wechseln sich jährlich mit der Organisation und Ausrichtung ab. So durfte dieses Jahr Jürgen Hintz, Vorsitzender des Geschichtsvereins, die wie immer hoch interessante Veranstaltung eröffnen.

 

Zur Einführung ging der Referent auf die Schalenstruktur der Erde ein. Die Erdoberfläche gliedert sich in die kontinentalen und die ozeanischen Krusten und die darunter liegenden Mantelschichten der Lithosphäre (griechisch, Gesteinsschicht).

 

Diese Erdkruste besteht aus einer größeren Zahl von Platten, den Kontinental- und ozeanischen Platten, die sich wie „Eisschollen“ auf einer darunter liegenden heißen und plastischen Schicht, der Asthenosphäre (griechisch plastisch reagierende Schicht, Fließzone) hin- und herbewegen. Darunter befindet sich eine Übergangsphase, die ebenfalls zum oberen Erdmantel gehört und bis zu einer Tiefe von ca. 670 km reicht. Darunter bis zu einer Tiefe von ca. 2900 km liegt der untere Erdmantel, der vom Erdkern durch eine etwa 100 km dicke thermische Grenzschicht getrennt ist. Der Erdkern selbst besteht aus einer oberen Schale aus flüssigen Eisen und einem festen, sehr heißen Kern aus festem Eisen.


Von der Lithosphäre bis zum Inneren des „Festen Eisenkerns“, also über etwa sechs Schalenstufen hinweg, steigt die Temperatur von ca. 600° C auf über 6000° C an.
Im flüssigen Eisenkern zirkulieren gewaltige Konvektionsströme, die sich hinauf bis auf die Erdkruste auswirken, in dem sie die riesigen Kontinentalplatten in Bewegung bringen. Diesen Mechanismus nennt man Plattentektonik. Er ist dafür verantwortlich, dass sich kontinentale und ozeanische Platten auf der Erdoberfläche bewegen und dabei in Jahrmillionen riesige Entfernungen zurücklegen, z.B. die Aufspaltung des Atlantiks in seine heutige Größe. Außerdem entstehen bei der Kollision von Kontinentalpatten riesige Gebirgsketten, wie beispielsweise die Alpen, die Anden oder der Himalaja. Ohne die Plattentektonik wäre Europa in seiner Größe und seiner Oberflächenstruktur nicht entstanden.

 

Dieser Kontinent entwickelte sich vor etwa 2 Milliarden Jahren mit dem svekokarelischen (schwedisch-finnischen) Teil des Baltikums. Dieser Kern vergrößerte sich im Verlauf von mehreren Hundertmillionen Jahren durch Aufnahme verschiedener Inselgruppen, die zunächst die Landschaften von Norwegen, Schottland, England und Irland, später dann die von Frankreich, Deutschland und Österreich und schließlich die von Spanien, Italien und dem Balkan bildeten. Überlagert wurden diese Zusammenführungen durch die Bildung des Großkontinents Pangea, bei dessen Bildung der europäisch-asiatische Teil mit dem nordamerikanischen Teil zusammenstieß. Später zerbrach der Großkontinent Pangea in die Teilkontinente Laurasien und Gondwana, aus denen sich auf der Nordhälfte der Erde die Kontinente Nordamerika, Europa und Asien und auf der Südhälfte die Kontinente Südamerika, Afrika, Indien, Australien und die Antarktis bildeten.