Uhu: Adler der Nacht

Bilder-Vortrag mit Sven Weidemeyer über den Uhu

Im Steinbruch von Ortenberg fotografierte Bernd Beck den Uhu mit seiner Beute
Ein Uhu mit seiner Beute - ein Igel (Foto: Beck)

Der Saal war so voll, dass einige Besucher stehen mussten - aber der Bilder-Vortrag über den Uhu hat sich für alle gelohnt. Der ausgewachsene Uhu ist mit 75 cm die größte Eulenart. Der Uhu hat eine Flügelspannweite von 180cm. Es ist erstaunlich, dass die Eule selbst im Wald trotz ihrer Größe herumfliegen kann. Dr. Sven Weidemeyer berichtete über die großen Augen, die den Uhu erlauben, in der Dämmerung und selbst in der Nacht bei geringem Restlicht zu jagen. Die Augen sind starr, das wird allerdings ausgeglichen durch die Beweglichkeit des Kopfes, der 270° gedreht werden kann. Dazu hat die Natur den Uhu mit 14 Nackenwirbeln ausgestattet, während der Mensch nur 7 Nackenwirbel hat.

Aufgrund seiner Größe kann der Uhu selbst einen Fuchs schlagen, aber er verschmäht auch kleinere Beutetiere wie Tauben, Eichhörnchen, Ratten oder Mäuse nicht. Im Sommer schlägt der Uhu häufig Igel, dessen Stachelkleid er übrig lässt, denn die spitzen Stacheln sind für die Speiseröhre des Tieres nicht ungefährlich. Die Gewölle sind  groß und weisen viele Knochen auf, die nicht verdaut werden können, weil der Magen wenig Säure aufweist - im Gegensatz zu Greifvögeln, deren Gewölle wesentlich kleiner sind. Die für den Uhu typischen Federohren sind nicht zum Hören da, sondern zeigen Stimmungen an.

Im Steinbruch von Ortenberg fotografierte Bernd Beck den Uhu
Uhu im Steinbruch von Ortenberg (Foto: Beck)

Weidemeyer stammt aus Ortenberg und in dem dortigen Steinbruch hat sich vor Jahren ein Uhupaar angesiedelt - und das obwohl der Steinbruch noch genutzt wurde und heftigere Bewegungen und Geräusche von den schweren Maschinen und den Sprengungen ausgingen. Weidemeyer zeigte viele hervorragende Bilder vom Uhu und seinen zwei bis drei Jungen. Der Uhu baut kein Nest, sondern legt die Eier auf den nackten Boden ab. Trotz seiner Größe ist er in den Felswänden nur schwer auszumachen, weil sein Gefieder und bei den Jungen der Pflaum sich kaum von seiner Umgebung abhebt. Weidemeyer berichtete, dass es manchmal hilfreich war, dass andere Vögel wie Mäusebussarde, Falken oder Krähen den Uhu entdeckt haben und ihn dann hassen und fliegerisch auf ihn herabstürzen, um ihn zu vertreiben. "Dadurch haben wir den Uhu und seine Familie häufig erst entdecken können", so der Vortragende. Den Besuchern zeigte Weidemeyer ein paar "Suchbilder": es war für alle schwierig, in den Felswänden die Vögel zu erkennen.