Mit dem Rad zu den Riesenhügeln

Da staunten viele der Ameisen-Radler, als sie erfuhren, dass bis zu 5 Millionen Waldameisen in einem Ameisenhügel zu Hause sind. "Allerdings ist der sichtbare Teil der Hügel nur ein Viertel des gesamten Ameisennestes. Der wesentlich größere Teil befindet sich unter dem Hügel in der Erde," erklärte Wolfhart Goethe, der diese  Wanderung zur roten Waldameise führte.

Besonders beeindruckt zeigen sich die Wanderer von zwei großen Hügeln, die sehr versteckt lagen.
Gut versteckt: zwei große Hügel der Roten Waldameise (Foto: Becker)

Das Interesse an den "Gesundheits-polizisten des Waldes" war sehr groß, kamen doch rund 50 Menschen auf Einladung des NABU Karben am Rosenhang zusammen. Von dort ging es mit dem Fahrrad durch den Wald. Als Goethe dann vor dem ersten großen Ameisenhügel über das Leben der roten Waldameise im Jahresverlauf berichtete, merkten die Besucher plötzlich, dass etliche Ameisen über die Schuhe und Hosen liefen und dann auch unter die Kleidung krabbelten. Mancher Ameisenfreund merkte, dass er gebissen wurde oder Ameisensäure zu spüren bekam. Viele schüttelten an der Kleidung, um die kleinen Krabbeler wieder loszuwerden. Viele Kinder waren trotzdem sehr mutig und streiften die Tiere einfach von den bloßen Beinen ab.

Wolfhart Goethe erklärt den Besuchern die Lebensweise der Roten Waldameise
Die Lebensweise der Roten Waldameise

Goethe hob die Bedeutung der roten Waldameise für die Gesundheit des Waldes hervor: "Die  Ameisen transportieren viele Raupen in ihr Nest,  um die Brut zu ernähren. Aber nicht nur tierisches Eiweiß wird eingesammelt, sondern auch Honigtau von den vielen Blatt- und Baumläusen." Goethe beschrieb die Ameisen-Ansiedlung als sehr dynamisch. Zur Zeit habe er 11 stabile Nester mit gelben Pflöcken gekennzeichnet und zwei neue Nester wären im Entstehen. Zu seiner Freude wurden noch zusätzlich zwei weitere neue Nester entdeckt. "Aber da muss man bis zu drei Jahren abwarten, ob sich diese Nester halten können. Die Ameisen sind also gut für den Wald, weil sie Schädlinge beseitigen - aber sie werden selber auch gefressen. Insbesondere in der kalten Jahreszeit haben Grau- und Grünsprecht hier eine unerschöpfliche Nahrungsquelle. Auch der Dachs macht sich an den Hügeln zu schaffen." Da sich das Ameisenvolk zum großen Teil in die Erde zurück gezogen hat, kann ein Ameisenvolk das verkraften. Im Frühjahr sehen manche Ameisenhügel total zerstört aus. Aber wenn das Ameisenvolk stark und gesund ist, werden diese Schäden schnell beseitigt. So lebt Einer vom Anderen.