Natur- und Fotoreise auf die Insel Usedom (Ostsee)

Mitglieder des NABU und des Fotoclub Karben führte die diesjährige Naturreise nach Usedom an der Ostsee. Von Zinkowotz aus wurden Ausflüge ins Hinterland, nach Polen und auf die Vogelinsel Greifswalder Oi, Radtouren, Natur- und Strandspaziergänge, sowie Besichtigungen von Peenemünde, Wolgast organisiert.

Die Usedomfahrer an der Kaminer Eisenbahn-Brücke
Die Teilnehmer vor den Resten des Hubteils der Kaminer Eisenbahn-Brücke, die die Insel mit Berlin verband. (Foto: König-Amann)

Einige Teilnehmer fuhren mit der Bahn, andere Teilnehmer mit Privatautos. Alle waren aufgeregt und erwartungsvoll, was uns in Zinnowitz auf Usedom wohl erwarten würde. Zinnowitz ist eines der kleinen Ostseebäder, die direkt an der Ostseeküste liegen. Meeresrauschen empfing die Reisenden, als sie am Hotel ankamen - allerdings blies ein kalter Wind bei blauem Himmel. Der Ort Zinnowitz wurde mit einem Führer erkundet. Auch die Krumminer Wiek mit ihren Wald- und Moorwiesenland-schaften wurde erkundet.
Bei gutem Wetter wurde die Greifswalder Oi, eine Vogelschutzinsel, mit dem Schiff angesteuert. Hier befindet sich eine Beringungsstation, die viele Vögel mit Netzen fängt und beringt, um das Zugverhalten von wandernden Vögeln zu erforschen und den Bestand von lokalen Vogelpopulationen zu kontrollieren. Auf der Insel wurden viele Vogelarten beobachtet und ihren Gesängen gelauscht. An den Vogelstationsgebäuden hatten unglaubliche viele Mehlschwalben ihre Nester gebaut. Selbst Rauchschwalben bewohnten einzelne Scheunen, obwohl keine Stallhaltung betrieben wurde. Schließlich bestiegen die Karbener einen alten Leuchtturm auf der Insel, der einen herrlichen Rundblick über die Ostsee und die Küste gestattete.

Eine der schönsten Kirchen war eine Feldsteinkirche im kleinen Örtchen Benz.  Das Kirchenschiff erhielt 1836 eine gewölbte Holztonnendecke, auf die Anfang  20. Jahrhunderts ein Sternenhimmel gemalt wurde.
Eine der schönsten Kirchen: die Feldsteinkirche in Benz. (Foto: König-Amann)

Dann gab es einen Regentag, der aber die Karbener nicht störte, weil sie mit dem Bus viele Inselkirchen besuchen wollten. Eine der schönsten Kirchen war eine Feldsteinkirche in im kleinen Örtchen Benz. Die Kirche stammt aus dem 15. und 16. Jahrhundert. Das Kirchenschiff erhielt 1836 eine gewölbte Holztonnendecke, auf die Anfang des 20. Jahrhunderts ein weithin bekannter Sternenhimmel gemalt wurde. Berühmt geworden ist die Kirche durch den Maler Lyonel Feininger. Sie war eine seiner beliebtesten Motive ähnlich wie die Kirche in Gelmeroda bei Weimar. Die Reise über die Insel endete an der kurz vor Kriegsende 1945 von der Wehrmacht gesprengten Kaminer Hub-Brücke, ein Fragment des Hubteils ist noch heute zu sehen. Die Brücke hat Berlin mit der Insel Usedom verbunden, die innerhalb kurzer Zeit von Berlin aus zu erreichen war.

 Die tausendjährige Eiche in Suckow, die kürzlich den Hauptstamm eingebüßt hat.
Die tausendjährige Eiche in Suckow (Foto: König-Amann)

Die Busfahrt führte vorbei an der 1000-jährigen Eiche in Suckow, die kürzlich den Hauptstamm eingebüßt hat..

Interessant war der Besuch eines Strandkorb-Werkes in Heringsdorf. Hier wurde gezeigt, wie viel handwerkliches Geschick notwendig ist, um einen Strandkorb mit wenigen Mitarbeitern in angemessener Zeit zu fertigen. Heringsdorf hat die größte Seebrücke, die über 500m in die Ostsee hineinragt. Die Brücke wird am Ende von einem größeren Lokal abgeschlossen und wird gleichzeitig als Schiffsanleger genutzt. Außerdem ist auf dieser Brücke eine ganze Reihe von Geschäften.

Zum Abschluss haben einige Teilnehmer einen Abstecher nach Peenemünde unternommen. Sie waren beeindruckt von der Größe der Anlagen. Dort wurden die Grundlagen für die Raketen- und Raumfahrttechnik entwickelt. Allerdings fand diese Entwicklung vor dem Hintergrund der Suche nach einer Vergeltungswaffe der Wehrmacht im II. Weltkrieg statt. Nach 1945 hat Peenemünde der Nationalen Volksarmee der DDR lange Zeit gedient.