Libellen - Juwelen aus den Auen rund um Karben

Auf einer gutbesuchten NABU-Veranstaltung in Karben berichtete Gerhard Bauer, welche Libellenarten durch heimische  Auen schwirren. Und welche Arten rar geworden sind.

Das Paarungsrad der Königslibelle (Foto: G. Bauer)
Das Paarungsrad der Königslibelle (Foto: G. Bauer)

Sie gelten als das älteste nachgewiesene Fluginsekt, ihre Art ist 270 Millionen Jahre alt – aber dennoch werden Tiere nur sechs bis acht Wochen alt – unsere Libellen. Seit fünf Jahren streift Gerhard Bauer für den Arbeitskreis Libellen in Hessen durch Karbener Auen, immer auf der Suche nach den farbenprächtigen Fliegern. „Von den 85 in Hessen beobachteten Libellenarten konnten immerhin 26 in Karben nachgewiesen werden“, berichtete der NABU-Aktivist nicht ohne Stolz. Und präsentierte von jeder einzelnen Art  farbenprächtige Aufnahmen, die er selbst geschossen hat.
Bemerkenswert auch, dass „an vier Karbener Standorten – von 30 in ganz Hessen – Populationen der Azur-Jungfer existieren, "ein sehr großer Schatz“, freute sich Bauer. Viele Kommunen beneideten die Karbener deswegen.
Wie so viele Arten ist auch diese Libellenart vom Aussterben bedroht, sie steht ganz oben auf der Roten Liste. Kein Wunder dass Bauer nicht verraten wollte, an welchen Standorten sie in Karben genau an zu treffen ist. Schließlich schmücken sich immer noch rücksichtslose Jäger gerade mit Trophäen solch außergewöhnlichen Tierarten.

Neubürger in Karben: Südliche Heidelibelle (Foto: G. Bauer)
Neubürger in Karben: Südliche Heidelibelle (Foto: G. Bauer)

Bemerkenswert sei auch, dass neuerdings Libellen-Arten auftauchten – beispielsweise die „Gabel-Azurjungfer“ oder die „Südliche Heidelibelle“- , die früher in Südeuropa lebten. Dass diese Flieger jetzt auch Karbener Auen entdeckt haben, ist für Bauer eine „kleine Sensation“ und ein „eindeutiges Indiz dafür, dass es wärmer geworden ist“.  Andere Libellenarten kämen dafür immer seltener vor. Die „Weidenjungfer“ etwa oder das rotäugige „Kleine Granatauge“ seien inzwischen nur noch an einem einzigen Karbener Standort zu finden.
Neben dem Mangel an naturbelassenen Gewässern oder der zunehmend verbuschten Entwässerungsgräben sei auch das Verschwinden der Insekten dafür verantwortlich. Schließlich verlören Libellen damit ihre Nahrungsgrundlage. „Wenn der Gewässerschutz weiter vernachlässigt wird und die Wasserwirtschaft weiter macht wie bisher, geht der Lebensraum für diese 270 Millionen Jahre alte Art verloren“, mahnte Bauer. Wie groß der Verlust wäre, verdeutlichten seine Aufnahmen blauer, türkiser, grüner und roter Flieger, die die Besucher im Karbener Rathaus begeisterten.

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