Dynamik eines Ameisenhügels

Der NABU Karben hatte zu einem Ausflug mit dem Fahrrad zu den Waldameisen eingeladen.

Wolfhart Goethe erläutert den Exkursionsteilnehmern den Lebenszyklus einer roten Waldameise.(Foto: J. Becker)
Wolfhart Goethe erklärt den Lebenszyklus einer roten Waldameise. (Foto: J. Becker)

Wolfhart Goethe begrüßte die Teilnehmer, insbesondere die vielen Jugendlichen. Vor etwa 200 Jahren sei der Wald in Karben angelegt und die roten Waldameisen seien erst unter der Leitung des Försters Hans Fleischhauer angesiedelt worden. Weil der Mensch den Ameisenhügeln zu häufig Schaden zufügte, hat man jahrelang versucht, die Hügel durch Gitter zu schützen. Inzwischen hat sich herausgestellt, dass ein Schutz der Hügel nur dort notwendig ist, wo die Ameisenhügel direkt am Weg liegen. Außerdem dienen die Ameisen als Lebensgrundlage in der Winterzeit für den Grau- und den Grünspecht. In dieser Zeit graben auch Wildschweine, Mäuse und Eichelhäher nach den Ameisen.

Ein Jugendlicher wartet darauf, wie das Leben der Ameisen ausschaut. (Foto: H. Tinkl)
W. Goethe erläutert denTeilnehmern, wie das Leben der Ameisen ausschaut. (Foto: H. Tinkl)

Goethe legte gleich zu Anfang ein Taschentuch auf einen sehr aktiven Ameisenhügel, um den Teilnehmern eine Vorstellung davon zu vermitteln, wie die Ameisensäure riecht. Die Ameisensäue ist desinfizierend, deshalb berichteten mehrere Teilnehmer davon, dass sie Vögel mit ausgebreiteten Flügeln auf Ameisenhügeln beobachtet hätten, um die desinfizierende Wirkung der Ameisensäure auszunutzen. Die zahlreichen Königinnen eines polygynen Volkes legen in der Sommerzeit etwa 30 Eier pro Tag.
Mit der steigenden Aktivität im Frühjahr werden die Schäden, die Tier und Mensch einem Ameisenhügel im Winter zugefügt haben, wieder repariert.

 Die Teilnehmer konnten auch beobachten, wie Ameisen Eier von einem Hügel zum anderen transportierten.  (Foto: H.Tinkl)
Die Teilnehmer erlebten am Objekt die Dybamik des Lebens im Ameisenstaat und den Transport von Eier zu einem anderen Hügel. (Foto: H. Tinkl)

Goethe  war noch nicht fertig mit dem Bericht über den Lebenszyklus der Waldameise, da krachte es vom Himmel herunter. Ein herauf ziehendes Gewitter ließ die Wanderer kurz erstarren, aber dann ging es weiter zum nächsten Ameisenhügel. "Es wird schon nicht so schlimm werden" meinte eine Teilnehmerin. Goethe zeigte viele Ameisenhügel, die neu entstanden sind und andere, die verlassen wurden: es ist eine unheimliche Dynamik im Ameisenleben. Die Teilnehmer konnten auch beobachten, wie Ameisen Eier von einem Hügel zum anderen transportierten. Offensichtlich sollte ein älteres kleines Nest aufgegeben  und dafür ein jüngeres neu belebt werden.
Der Ausflug zu den Ameisen war sehr interessant und hat den Teilnehmern viele Einblicke in einen Ameisenstaat vermittelt. Am Schluss der Exkursion hat es dann doch etwas stärker geregnet, als sich die Teilnehmer auf die Räder geschwungen haben - aber ein Trost blieb allen: wir brauchen den Regen dringend.