Geologie rund um die Burg Münzenberg

Etwa 20 Mitglieder und Gäste der NABU Ortsgruppe Karben e.V. unternahmen am 06. Juli 2019 eine geologische Exkursion nach Münzenberg. Unter der Führung des Geologen Prof. Dr. Peter Prinz-Grimm wurden interessante Formationen aus dem Tertiär besichtigt, einer erdgeschichtlichen  Zeit, die vor etwa 65 Mio. Jahren begann und vor 2 Mio. Jahren endete.

Mühlsteine (Foto: Roland Prinzinger)
Mühlsteine: merkwürdige, runde Steine mit zentralen Löchern, deren Sinn und Zweck noch nicht geklärt sind. (Foto: Roland Prinzinger)

Die Münzenburg liegt auf einem Bergsporn in einem Gebiet, das im Westen vom Taunus und im Osten vom vulkanisch gebildeten Vogelsberg begrenzt ist. Vom Süden reichen die Ausläufer des Rheingrabens bis in dieses Gebiet hinein.
Im Bereich von Münzenberg gibt es aufgelassene Steinbrüche, in denen die Gesteinsstrukturen zu Tage treten. Interessant waren besonders die Strandkonglomerate aus dem Miozän, einer jüngeren Formation des Tertiärs, etwa 15 Mio. Jahre alt. Sie sind wohl am Rande des riesigen „Wetterausees“ entstanden durch Mineralisation (Verfestigung) von Kieselgeröllen. Zur Verfestigung hat vor allem lösliche Kieselsäure beigetragen.
Der „Wetterausee“ wird übrigens in einem Geotop beschrieben, das zwischen Rendel und Klein-Karben, kurz hinter dem Ausgang von Rendel auf der rechten Seite aufgestellt ist.
Die Strandkonglomerate sind sehr fest und schwierig zu bearbeiten. Trotzdem sieht man noch einige große, rund behauene  Steine („Mühlsteine“) mit einer runden Vertiefung in der Mitte. Zu welchem Zweck diese Steine bearbeitet wurden, ist nicht bekannt.
In einem anderen Steinbruch hat man Schwerspat (chemisch Bariumsulfat) abgebaut. Das Mineral ist relativ schwer, daher der Name. Die Schwerspatgänge sind im spröden Gestein dadurch entstanden, dass Bariumsalzlösungen aus der Tiefe emporgedrungen sind und sich das schwerlösliche Bariumsulfat abgeschieden hat.
Interessant sind auch die Blättersandsteine. Sie enthalten subtropische Pflanzen und seltene Tierfossilien (z.B. Schildkrötenabdruck). Es handelt sich um kalkarme Sandsteine, die in einem kieselsauren Milieu die Formkonservierung ermöglicht haben. Übrigens sind diese Blättersandsteine in den Schulen von Kloppenheim und Okarben verbaut worden.
Abschließend ist die Exkursionsgruppe noch auf den Münzenbergturm gestiegen. Bei dem herrlichen Sommerwetter hatten wir noch eine wunderschöne Weitsicht in alle Richtungen in die Wetterau und Umgebung.