Libellen in ihrem Lebensraum

Viele naturinteressierte Bürger/innen kamen in den Rapps-Naturgarten in Karben auf Einladung des NABU Karben, zu einer Exkursion, um etwas über die Libellen in ihrem Lebensraum zu erfahren. Libellenexperte Gerhard Bauer vom NABU Karben hielt eine Einführung über den Lebenszyklus einer Libelle.

Gerhard Bauer bei der Libellenexkursion (Foto: Jürgen Becker)
Gerhard Bauer kennt das Leben der Libellen und berichtet ausführlich über sein Fachgebiet (Foto: Jürgen Becker)

Es gibt auf der Welt ca. 5.800 Libellenarten, in Europa ca. 130 und in Deutschland ca. 85 Arten. Im Teich des Naturgartens waren es nach Schätzungen von Gerhard Bauer etwa 18 Arten. Es waren etliche Libellen mit so exotischen Namen wie Hufeisen-Arzurjungfern, Feuerlibellen, Prachtlibellen, Blaupfeil- und Vierfleck-Libellen. Man teilt die Libellen grob in zwei Gruppen ein: Klein- und Großlibellen. Zu den Kleinlibellen gehören nicht nur kleine Libellen, obwohl das der Name nahe legt.
Mit der Eiablage beginnt gewissermaßen der Lebenszyklus einer Libelle. Die Eier werden manchmal direkt in das Wasser abgesetzt und manchmal an Wasserkräutern festgeklebt. Dann dauert es je nach Libellenart drei bis vier Monate bis zu fünf Jahren, bevor die fertige Libelle schlüpft. Das eigentliche Leben der Libelle als Fluginsekt ist - verglichen mit der Larvenzeit - sehr kurz: vier bis sechs Wochen für alle Libellenarten. Es gibt zwei Arten die als Fluginsekt überwintern, die Gemeine Winterlibelle und die Sibierische Winterlibelle. Ob Libellen auch stechen können, frage eine Besucherin. Bauer darauf: Libellen könne nicht stechen, aber die Libellen haben starke Mundwerkzeuge, mit denen sie zubeißen können. Das könnte als Stich aufgefasst werden.

Die Besucher halten am Teich Ausschau nach Libellen (Foto: Jürgen Becker)
Was fliegt denn da? Die Besucher am Teich (Foto: Jürgen Becker)

Dann führte Bauer die Besucher zum großen Teich. Da war ein eifriges Leben mit einer großen Anzahl von blauen Libellen, die manchmal ein Paarungsrad bildeten oder dabei waren, einen Partner zu suchen. Dann machte ein Beobachter die anderen Besucher darauf aufmerksam, dass die zahlreichen Frösche sich an die kleinen Libellen schlichen und hüpften 10 bis 20cm hoch, um die Libellen zu fressen. Manchmal gelang ihnen das auch.
Für den Libellenbestand, der an unsere Stillgewässer gebunden ist, sieht Gerhard Bauer sehr schwarz. Er hofft immer noch, dass eine weitere Flutmulde das Einverständnis der Stadt findet, weil jeder Teich oder Flutmulde eine Sukzession durchläuft, entsprechend ändert sich der Libellenartenbestand, weil jede Art an das Gewässer spezielle Ansprüche stellt. Im Grunde braucht es drei Flutmulden: eine die neu angelegt wird , eine die etwa 10 Jahre und dann eine die etwa 20 Jahre alt ist mit jeweils entsprechenden Verlandungszustand. Der NABU Karben wäre bereit, dazu jeweils einen angemessenen finanziellen Beitrag zu leisten.