Streuobstwiese Promilleweg

Weihnachtsschnitt für die Apfelbäume

Der Wind pfiff, dunkle Wolken kündigten Schneefall an, das Thermometer zeigte nur wenige Grade über null – für die Aktiven des Karbener NABU kein Grund, den häuslichen Kamin zu bevorzugen. Zu sehr liegt ihnen ihre Streuobstwiese am Herzen. Zahlreiche Apfelbäume verlangten zudem nach Sanierungs- oder Verjüngungsschnitten.  Also sind Aktive und Aktivistinnen mit Astscheren, Teleskopschneidern und Motorsägen angerückt – gut verpackt in dicken Jacken und Mützen.


„Da muss man einen Hut durchwerfen können“, erinnerte jemand und deutete auf die üppige Krone eines Apfelbaumes. Kein Problem für die Freizeit-Obstanbauer. Schließlich hatten im vergangenen Frühjahr gleich mehrere an einem Schneidekurs teilgenommen. Jetzt konnten sie ihr erworbenes Können unter Beweis stellen.


Sorgen bereitet dem NABU der Baumstreifen entlang des Klingelwiesenweg. Die hochgewachsenen Bäume spenden reichlich Schatten und drohen inzwischen mehrere Apfelbäume zu überwuchern. Durch den Einsatz von zwei Motorsägen konnte der „Urwald“ zwar ausgedünnt werden. Aber dass dies nur der Anfang sein konnte, war auch klar. Die Naturschützer erwägen daher, die Baumriesen von der Stadt fällen zu lassen und durch eine Hecke zu ersetzen. „Die Vögel hätten davon wesentlich mehr“, hieß es dazu. Und die Apfelbäume mehr Licht.

Zur Straßenseite hin ragende Äste, vor einiger Zeit von der Stadt gekappt, lagen noch im Unterholz. Die NABU-Leuten verbrannten sie ebenso wie das von den eigenen Leuten frisch geschnittene Astholz der Obstbäume. Dicke Stammteile wurden als Kaminholz aussortiert und säuberlich aufgestapelt – für den Eigenverbrauch.

Erst  als gegen 13 Uhr erste Schneeflocken über die Wiese wirbelten, setzte Aufbruchstimmung ein. Am Bürgerzentrum startete gerade der Weihnachtsmarkt. Nach getaner Arbeit für manchen noch eine gute Gelegenheit, sich vor dem großen Ansturm bei einem Glühwein auf zu wärmen.


Erziehung von Jungbäumen nicht vernachlässigen

 

Kurz vor Beginn der geruhsamen Adventszeit haben Aktivisten des NABU noch einmal einen Arbeitstag auf der Streuobstwiese am Promilleweg verbracht: Obstbaum-Schnitt war angesagt.

 

Mitglied beim Baumschnitt
Der Baumschnitt - eine wichtige Arbeit zum Jahresende

Mehr als ein Dutzend Mitglieder waren schon um 9 Uhr angerückt – mit Leitern, Plastik-Planen, Astscheren, Motor- und Teleskopsägen. Ein kleines Feuer loderte da schon auf der Wiese – damit der Baumschnitt gleich beseitigt werden konnte. Immerhin wachsen am Promilleweg über 50 Bäume, da kommt einiges zusammen.

 

Weil viele Apfelbäume im Herbst proppevoll hingen, waren bei manchen Äste abgeknickt - sie konnten die Last nicht tragen. Bei anderen Bäumen ragten Leitäste zu sehr in die Breite, behinderten die Grasmahd und drohten in den Folgejahren ebenfalls abzubrechen. Sie mussten eingekürzt und auf Seitentriebe abgeleitet werden. Etliche Kronen waren zu dicht, Leitäste überbaut. „Wir dürfen den Erziehungsschnitt bei Jungbäumen nicht vernachlässigen“, regte einer der Baumpfleger an, „das spart uns später viel Arbeit.“

 

 

Mitglied mit Kleinmaterial
Das Kleinmaterial wurde gleich am Ort verbrannt

Ruck-zuck türmten sich auf der Wiese die Ast-Haufen. Sie wurden mithilfe von Planen Richtung Feuerstelle geschleift und an Ort und Stelle verbrannt. Dickere Stämme landeten auf einem Stapel, die NABU-Mitglieder durften sie als Brennholz für den eigenen Bedarf abtransportieren.

 

Gleich neben der Feuerstelle wurde auch das Frühstück serviert, belegte Brötchen, Kaffee, Tee. Zeit für die Aktiven, ein paar Erfahrungen aus zu tauschen. Wie immer, wurden bei der Gelegenheit auch Geschichten ausgetauscht. Die lustigste hatte Leo Goethe zu bieten. „Am vergangenen Mittwoch wollte ich bei der Polizei die Feuerstelle anmelden“, berichtete der NABU-Mann. „Da wurde mir beschieden, dass die Anmeldung genau zwei Tage vorher zu erfolgen hat“; Goethe musste das Feuer auf der Steuobstwiese am Donnerstag nochmal anmelden.

 

 

 

 

Der Pausensnack
Eine Stärkung mit Plauderei zwschendurch
Nach der Pause geht die Arbeit weiter
Kleinholz für eine noch bessere Apfelernte

Erst weit nach Mittag war die Arbeit geschafft, und mancher Blick schweifte doch etwas misstrauisch über die Anlage. Ob da manche Äste nicht allzu rasant entfernt wurden? „Keine Bange“, zerstreute ein Fachmann aufkommende Bedenken, „jetzt kommt Luft und Licht in die Kronen, und die Fruchtäste können sich jetzt viel besser entfalten.“ Die nächste Apfelernte – mit Früchten in Bio-Qualität – kann kommen.

 

 

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Apfelernte 2016

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Arbeitseinsatz 2015: Pflege der Apfelbäume

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Apfelernte 2015