Die Tierwelt in Karben

Die Tierwelt in Karben ist vielfältig und schützenswert. Hier finden Sie Informationen zu den Tieren in, um und von Karben:


Neuigkeiten aus der Tierwelt:

Die wahre Geschichte vom Hühnerhabicht

Auf dem Hühnerhof von Alfred Neu aus Karben-Kloppenheim befindet sich die Stelle, wo sich der Greif versteckt hatte (Foto: Prinzinger)
Hühnerhof von Alfred Neu aus Karben-Kloppenheim. Er ist komplett mit Netzen überdeckt. Der Pfeil zeigt die Stelle, wo sich der Greif versteckt hatte. (Foto: Prinzinger)

 Am frühen Morgen hört Alfred Neu aus Karben/Kloppenheim lautes Geschrei aus seinem kleinen Hühnerhof. Als er nachsieht, sitzt ein großer Greifvogel auf einem Huhn. Dieser zieht sich mit seiner Beute in eine dunkle Ecke unter einer kleinen Lege-Hütte unerreichbar zurück.

Habicht bei der Untersuchung, ein Weibchen ist gesund und munter. (Foto: Prinzinger)
Habicht bei der Untersuchung. Die Weibchen dieser Greifvogelart sind sehr groß und erreichen die Größe eines Bussards. Charakteristisch ist die quergestreifte Brust. (Foto: Prinzinger)

Ein zur Hilfe gerufenes NABU-Mitglied (Prinzinger) kann den als Habichtweibchen bestimmten Vogel befreien und nimmt ihn zur genaueren Untersuchung nach Hause. Es zeigt sich, dass dem Greif nichts fehlt, und er wird freigelassen und fliegt davon! Die Frage an Herrn Neu, ob es ihn ärgere, dass der Habicht eines seiner Hühner getötet hat. Seine Antwort: „Warum denn, die Greife wollen auch leben!“ Toll – oder?

Am frühen Nachmittag sitzt der Habicht plötzlich völlig überraschend auf einer Pergola im  Garten seines „Freilassers“. Man kann sich ihm bis auf 2 m nähern, erst dann fliegt er davon. Am Abend des gleichen Tages reinigt das NABU-Mitglied seinen Kellergang, wo ein Handwerker 2 Stunden mit einem Bohrhammer tätig war. Plötzlich sitzt das Habichtweibchen mitten im Gang und schaut dem Geschehen zu! Es wird nach außen komplimentiert und fliegt wieder davon. Wie lässt sich das erklären? Wahrscheinlich ist der Greif durch das vorangegangene Geschehen etwas außer Kontrolle geraten. Dennoch ist der gesamte räumliche und zeitliche Ablauf doch mehr als erstaunlich. Auf jeden Fall war der unberingte Vogel gesund und sicher kein Gefangenschaftsflüchtling.

Seltener Gast im Garten: Habicht auf der Pergola (Foto: Prinzinger)

 Seltener Zuschauer: Habicht Im Kellergang seines „Befreiers“ (Foto: Prinzinger)



Der Vogel des Jahres 2019 brütet in Karben

Stare sind sehr aufmerksame Tiere, vor allem am Nest. Wenn sie merken, daß sie nicht alleine sind, kommen sie nicht zum Füttern. Seien Sie bitte vorsichtig, wenn Sie Nester von Staren sehen, halten Sie ausreichend Abstand. (Fotos: G. Bauer)


Rotmilan aus dem Winterquartier zurück

Rotmilan: Zugvogel mit markantem Schweif
Foto Prinzinger: In der Luft gut an seinem markanten, gabelförmigen Schwanz zu erkennen - der Rotmilan

Ein Greifvogel, der in der kalten Jahreszeit in den Süden zieht, ist der Rotmilan. In den Sommermonaten ist er regelmäßig im Wetteraukreis zu beobachten. Rotmilane (lat. Milvus milvus) gibt es nur in Europa. Insgesamt existieren nur etwa 19.000 bis 25.000 Brutpaare und rund 12.000 brüten in Deutschland. In Hessen gibt es rund 1.200 Paare, die hauptsächlich im Vogelsberg, der Rhön, im Knüll, im Westerwald, in Waldeck-Frankenberg sowie in Hersfeld-Rotenburg leben. Auch im Karbener Wald brütet der Rotmilan.
Die Bestände des Rotmilans bei uns sind seit den 90er Jahren um etwa ein Drittel zurückgegangen. Deutschland und Hessen hat eine besondere Verantwortung für den Erhalt dieser Greifvogelart.


Zugvögel singen den Frühling ein

Gut am Gesang zu erkennen: der Zilpzalp
Nach dem Winter wieder zurück in Karben; Der Zilpzalp verdankt seinen Namen seinem markanten Gesang

 In jedem Frühjahr macht sich  ein charakteristischer Frühlingssänger bemerkbar, dessen Lied jeder sofort erkennen und lernen kann: Der Zilpzalp. Er singt nämlich, wie er heißt und das sehr ausgiebig und überall - auch in unseren Gärten. Sein Winterquartier ist Nordafrika und Südeuropa, ebenso die Singdrossel mit ihrem schönen Gesang.  Star, Amsel, Rotkehlchen, Zaunkönig und andere Vogelarten bleiben mitllerweile im Winter hier und singen daher das ganze Jahr. Der Zilpzalp ist übrigens – wenn man so will – ein Lieblingsvogel der Filmemacher. Wollen sie eine Szene im Hintergrund mit Vogelgesang belegen, ist das einfache Lied des Zilpzalps ein beliebtes Accessoire; und das selbst bei Szenen zur Winterszeit, wenn der Vogel hier bei uns gar nicht vorkommt. Der kleine Laubsänger gehört zu den häufigsten Vögeln bei uns. Er ist unscheinbar grau-grün gefärbt und  in der  Regel nur schwer zu entdecken, wenn er im Astwerk von Bäumen und Büschen nach Futter sucht. Über seine Stimme wird man aber sofort auf ihn aufmerksam.


Der Frühling kommt

Jedes Jahr ist es in Karbener Gärten zu beobachten:  eine Amsel nimmt den Schnabel ziemlich voll - der Nestbau für die Brutsaison steht an (Foto: Prinzinger)


Milde Witterung: Später Durchzug von Schwarzmilanen

Rotmilan, Schwarzmilan und Mäusebussard
Die drei typischen Segelflieger unter unseren Greifvögeln. Von rechts unten im Uhrzeigersinn: Rotmilan, Schwarzmilan, Mäusebussard (Foto: R. Prinzinger)

Jeden Herbst können über Karben Trupps von gemeinsam ziehenden Schwarzmilanen beobachtet werden. Das ist relativ spät: Die Hauptzugzeit beginnt normalerweise Mitte August und ist in der Regel im September abgeschlossen. Bei milder Witterungen kann der Zug aber bis in den Oktober und sogar bis Anfang November beobachtet werden. Der Schwarzmilan (schwach gegabelter Schwanz) ist im Gegensatz zum Rotmilan (tief gegabelter Schwanz) ein ausgesprochener Zugvogel und als Thermiksegler meist tagsüber und in kleinen, lockeren Gruppen unterwegs, so dass er leicht beobachtet werden kann. Über 20 Milane gleichzeitig sind allerdings selten und dies deutet darauf hin, dass sie sich auf dem Zug an einen gemeinsamen Zwischenstopp getroffen haben (sog. Zugstau) und dann zusammen weiterziehen. Der Schwarzmilan überwintert südlich der Sahara bis hinunter zur Kapprovinz (Zugdistanz bis 8.000 km).


Eine Nutria kann - auch in  Karben - verunsichern

„Eine große Ratte mit einem langen, runden Schwanz sitzt vor der Haustür unseres Nachbarn. Was passiert, wenn dieses Tier ins Haus gelangt! Muss man das was tun?“ Das fragen sich Karbener Bürger, wenn Wildtiere in den Siedlungen auftauchen. Der NABU konnte die Bürger beruhigen, weil es sich in diesem Fall offensichtlich um eine Nutria handelt, die als Pflanzenfresser ungefährlich ist. Erstaunlich, ungewöhnlich und selten ist allerdings, dass die Nutria sehr weit von einem Gewässer in die Gärten und zu den Häusern geht und kaum menschenscheu ist. Die Nutria wird auch als Biberratte bezeichnet. Sie ist kleiner als ein Biber. Sie hat allerdings einen runden langen Schwanz, während der Biber einen breiten, flachen Schwanz hat. Ein anderes Kennzeichen sind die großen, aber orangefarbenen Nagezähne. Ursprünglich stammt die Nutria aus Südamerika, wo sie in den subtropischen und gemäßigten Klimazonen an Flüssen, Seen, Teichen und Sümpfen lebt. Inzwischen kommt sie an vielen Gewässern in den meisten Bundesländern vor.